About Wolfgang Sandt

Meistens nett, geduldig, humorvoll und umweltbewußt, guter Tangotänzer und Tangolehrer

Wichtig für alle Tangotänzerinnen: Das entspannte Spielbein

Wichtig für alle Tangotänzerinnen: Das entspannte Spielbein

Beim Voleo kann das Bein nur richtig schön fliegen, wenn es entspannt ist.

In meinen Kursen sehe ich immer wieder, dass die Damen glauben, sie müssten mit ihrem freien Bein, dem Spielbein, aktiv arbeiten.

Das ist aber fast nie notwendig, und macht das Tangotanzen unnötig unruhig und schwer.

Schauen wir uns ein paar Beispiele an.

Voleo

Beim Voleo fliegt das Bein der Dame mehr oder weniger hoch.

Das funktioniert durch den Bewegungsimpuls den die Dame vom Herrn erhält (Impuls zu einem Schritt + Gegenbewegung bevor die Dame den Schritt vollenden und ihr Bein absetzen kann) praktisch von selbst, wenn ihr Spielbein wirklich locker ist.

Viele Damen glauben jedoch, dass sie den Voleo aktiv ausführen müssten. Damit machen sie sich aber das Leben unnötig schwer und schaffen es nie eine schöne flüssige Bewegung zu erzeugen. Der Voleo bleibt immer verkrampft, fühlt sich nicht gut an, und sieht nie gut aus.

Wichtig und richtig ist es, einfach das Spielbein möglichst locker zu lassen und die Bewegung einfach nur zuzulassen.

 

Rückwärts-Ocho

Der Rückwärts-Ocho ist eigentlich nichts weiter, als eine Drehung der Dame auf einem Bein (Pivot) die durch den Herrn initiert wird, gefolgt von einem Rückwärtsschritt der Dame, welcher ebenfalls durch den Impuls des Herrn eingeleitet wird.

Eigentlich eine einfache Sache, wenn die Dame stabil in ihrer Achse steht, und ihr Spielbein entspannt ist.

Aber auch hier machen sich viele Damen das Leben unnötig schwer, weil sie denken, der Rückwärts-Ocho sei eine Figur die sie aktiv ausführen müssten.

Erster Fehler dabei: Sie drehen sich von selbst, statt die vom Herrn eingeleitete Drehung einfach geschehen zu lassen.

Zweiter Fehler: Weil sie denken, dass sie die Drehung eigenständig ausführen müssten, klemmen sie bei der Drehung oft das Spielbein ans Standbein, entweder weil sie hoffen dadurch mehr Stabilität zu gewinnen, oder weil ihnen irgendwann ein Tangolehrer gesagt hat, dass man das so macht.

Das Resultat: Der eigentlich einfache Bewegungsablauf beim Rückwärts-Ocho wird zu einer verkrampften, arbeitsintensiven, meist vergleichsweise instabilen „Figur“, die langfristig auch schlecht für den Rücken ist. Mit einem entspannten Spielbein und dem simplen „Zulassen“ der Bewegung ist das dagegen nicht nötig.

 

Gancho

Ich führe selten Ganchos, aber auch hier gilt: Die Dame macht den Gancho nicht aktiv, sondern läßt einfach die Bewegung ihres Spielbeins zu.

Der Gancho ist also nicht, wie viele zu glauben scheinen, ein aktives „nach hinten Austreten“, sondern ein Abknicken des Spielbeins (fast immer in der Rückwärtsbewegung) das dadurch entsteht (nicht ausgeführt wird), dass der Rückwärtsschritt der Dame plötzlich auf Kniehöhe oder knapp darüber vom Bein des Mannes gestoppt wird.

Das funktioniert allerdings nur schön und flüssig, wenn das Spielbein der Dame völlig entspannt ist.

Es gäbe noch viel mehr Beispiele wafür, warum es für die Dame unverzichtbar ist, ihr Spielbein komplett entspannt zu lassen, aber das würde den Rahmen dieses Posts sprengen.

Wichtig ist, erst einmal zu verinnerlichen, dass das Spielbein völlig entspannt ist, und nach Möglichkeit nicht arbeitet. Dann hat frau schon die besten Voraussetzungen, um schön und angenehm entspannt zu tanzen.

 

 

Ein kleiner Tipp zum musikalischen Tanzen

Hör darauf, was und wie das Orchester spielt. Das hilft Dir enorm dabei, besser zu tanzen. Hier ein Bild des Orchesters von Angel D´Agostino

Wenn Du Dir Tangomusik aufmerksam anhörst, wirst Du feststellen, dass die Orchester fast immer am Anfang jeder musikalischen Phrase mit vollem Einsatz spielen, während sie am Ende jeder Phrase das Energie Level reduzieren.

Es ist, als würden die Musiker einmal tief Atem holen, bevor sie die nächste Phrase mit voller Kraft beginnen.

Als Tänzer kannst und solltest Du das auch machen. Mach eine Pause, wenn die Phrase zu Ende geht, hör auf das Orchester, und starte die nächste Phrase mit einem kraftvollen Schritt auf den ersten Taktschlag.

Durch dieses Tanzen mit dem Atem der Musik wird Dein Tanz, auf einfache Weise, gleichzeitig harmonischer und dynamischer, – oder kurz gesagt einfach besser.

Großartige auswendig gelernte, Schrittkombinationen brauchst Du dafür nicht.

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Mirada und Cabeceo, was Frau noch wissen sollte

Über Mirada und Cabeceo habe ich schon öfter geschrieben. Die Links dazu findet Ihr unten in diesem Artikel.

Auch die Damen schätzen es, wenn ihre Tanzpartner sie sicher über die Tanzfläche geleiten

Mirada und Cabeceo, die spielerische Einladung zum Tanz mit Blickkontakt

Vor ein paar Tagen wurde ich von Joa Falken zum Thema Mirada und Cabeceo gefragt: „Aber gibt es da weitere Regeln, und welche?“ 

Nun, ich würde nicht sagen, dass es eindeutige, starre Regeln gibt.

 

Wohl aber gibt es einige, von vielen Tänzern anerkannte Verhaltensweisen, oder vielleicht sollte ich besser sagen, Strategien zur Gesichtswahrung und zur Vermeidung von dauerhaften Schäden.

Nachdem ich im letzten Artikel über Mirada und Cabeceo aus der Sicht der Herren

geschrieben habe, hier ein paar Tipps für die Damen.

Der Klassiker

Der Herr der gerade versucht, mit Dir Blickkontakt aufzunehmen ist

  1. Ein notorisch schlechter Tänzer, der, wie meine Frau sagen würde, überhaupt keine Ohren hat, und die Musik allenfalls als Hintergrundgeräusch wahrnimmt.
  2. Der von allen Tänzerinnen gefürchtete Typ mit dem Würgeschlangengriff, der Dir keine Luft zum Atmen oder gar Platz zur Bewegung lässt, aber trotzdem erwartet, dass Du alle Figuren machst, die er glaubt zu führen.
  3. Einer der Herren deren persönliche Hygiene und meist damit verbunden, Geruchslevel auch bei sehr großmütiger Auslegung bestenfalls als mangelhaft bezeichnet werden können.
  4. Der nervige Dauerquassler, der mühelos die Musik übertönt (zumindest wenn sein Mund in Nähe Deines Ohrs ist) und der Dir schon bei der letzten Milonga ein Ohr abgekaut hat.

In diesem Fall drehst Du einfach dezent den Kopf zur Seite, oder fängst ein intensives Gespräch mit Deinen Tisch oder Sitznachbarn an.

Schau nicht verkrampft nach unten. Er könnte das nämlich so interpretieren,  dass Du nur zu schüchtern bist, und dass er eine gute Tat tut, wenn er, ohne Aufforderung, zu Dir kommt um Dich einzuladen.

Weitere Tipps falls er Deine Ablehnung nicht versteht, und trotzdem auf Dich zukommt.

  1. Steh auf und geh irgendwo anders hin
  2. Falls vorhanden, fordere schnell jemand anders auf.
  3. Zieh Deine Schuhe aus und unterzieh sie einer eingehenden Inspektion.
  4. Falls Du ein Handy dabei hast, hol es jetzt aus der Tasche, und fang intensiv zu telefonieren an.
  5. Das waren vier Optionen falls Du höflich bleiben, und ihm einen offenkundigen Gesichtsverlust ersparen willst. Falls Dir das nicht so wichtig ist, bleib sitzen, warte bis er vor Dir steht, und lehne dann höflich aber bestimmt ab (bei den oben genannten Fällen hast Du jedes Recht dazu).

 

Weitere mögliche Komplikationen:

Nehmen wir an, Du hast einen Herrn erfolgreich per Blickkontakt zum Tanzen aufgefordert. Der Herr kommt zu Dir, Du freust Dich auf die Tanda, er hat Dich schon fast erreicht, – und geht plötzlich auf die Dame zu, die neben Dir sitzt, und wird von dieser mit einem strahlenden Lächeln empfangen.

Erst jetzt kapierst Du, dass sein Blick, sein Kopfnicken, nicht Dir galt, sondern der Dame neben Dir, die ihn gleichzeitig mit Dir aufgefordert hat. Natürlich hattest Du nur Augen für Deinen Tanzpartner in spe, und hast das überhaupt nicht wahrgenommen.

Jetzt heißt es stark sein!

Sei auf keinen Fall offenkundig beleidigt oder gekränkt, oder zettel gar einen Streit an.

Wenn Du weiterhin daran interessiert bist, mit diesem Herrn zu tanzen, signalisier ihm das per Blickkontakt. Wenn er ein netter Kerl und nicht ganz doof ist, lädt er Dich bei nächster Gelegenheit ein. Wenn nicht, blöd gelaufen, aber dann war er´s vielleicht ohnehin nicht wert, ihn aufzufordern.

 

Andere Situation:

Auch unter Männern kann man sich mit Mirada y Cabeceo verständigen

Du hast Dich mit einem Herrn per Blickkontakt darauf geeinigt, die nächste Tanda miteinander zu tanzen.

 

 

Er geht über die Tanzfläche, aber bevor er Dich erreicht, springt Deine Nachbarin freudestrahlend auf und eilt auf ihn zu, weil sie glaubt, er hätte gerade sie aufgefordert.

Mögliche Lösungen dafür:

  1. Du willst höflich sein, und signalisierst dem Herrn, dass es für Dich in Ordnung ist, wenn er die nächste Tanda mit der Dame tanzt, die versehentlich geglaubt hat, er hätte sie aufgefordert. Natürlich signalisierst Du Deinem Wunschpartner auch, dass Du bei nächster Gelegenheit mit Ihm tanzen willst.
  2. Wenn Du die Tanda unbedingt mit Deinem eigentlichen Wunschpartner tanzen willst, weil Du beispielsweise weißt, dass als nächstes eine Vals Tanda kommt, und ihr, erfahrungsgemäß,  wunderbar Tangowalzer miteinander tanzt, kannst Du der nicht gemeinten Dame auch sehr freundlich erklären, dass Du genau diese Tanda schon Deinem Wunschpartner versprochen hast. Das solltest Du aber zügig tun, bevor er aus Höflichkeit mit der anderen Dame zu tanzen anfängt.

Wenn Du die Dame bist, die versehentlich geglaubt hat, sie würde aufgefordert: Nimm es nicht persönlich, wenn Du merkst, dass die Aufforderung nicht Dir galt.

Es bedeutet nämlich nur sehr selten, dass dieser Herr überhaupt nicht mit Dir tanzen will, und es hat normalerweise nichts mit Dir zu tun, dass er dich nicht zu dieser einen Tanda eingeladen hat.

Generell gilt: Nimm Dir Zeit! Wenn Du wartet, bis der Herr wirklich unzweifelhaft vor Dir steht, passieren solche Missverständnisse nicht.

 

Ihr habt sicher schon gemerkt, dass die bisherigen Ratschläge davon ausgehen, dass die Dame an ihrem Sitzplatz bleibt, und der Herr zu ihr kommt, nachdem sie ihm vorher per Blickkontakt ihr Einverständnis dazu gegeben hat.

Das ist die typische Situation in einer traditionellen Milonga, und die meisten Damen die ich kenne, finden das auch sehr angenehm.

Allerdings heißt das, zumindest nach meinem Verständnis, nicht, dass die Damen nicht auch noch aktiver werden können, oder dass dieses gar verboten wäre.

Wenn Du nicht auf Deinem Sitzplatz warten willst, oder Du womöglich gar so ungünstig sitzt, dass es schwer ist, mit anderen Blickkontakten aufzunehmen, spricht überhaupt nichts dagegen, wenn Du Dich aktiv auf Pirsch und in den Sichtbereich des/der Herrn begibst, mit dem/denen Du gerne tanzen willst, und dort versuchst Blickkontakt aufzunehmen.

 

 

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Vor ein paar Tagen wurde ich von Joa Falken zum Thema Mirada und Cabeceo gefragt: „Aber gibt es da weitere Regeln, und welche?“ 

Nun, ich würde nicht sagen, dass es eindeutige, starre Regeln gibt.

Wohl aber gibt es einige, von vielen Tänzern anerkannte Verhaltensweisen, oder vielleicht sollte ich besser sagen, Gesichtswahrungsstrategien.

Nehmen wir an, Du hast eine Dame erfolgreich per Blickkontakt zum Tanzen aufgefordert. Du gehst zu der Dame, freust Dich auf die Tanda, hast die Dame schon fast erreicht, – und wirst plötzlich von einem anderen Herrn überholt, der auf die selbe Dame zugeht, und von dieser mit einem strahlenden Lächeln empfangen wird.

Erst jetzt kapierst Du, dass ihr Blick, ihr Kopfnicken, nicht Dir galt, sondern dem Herrn neben Dir, der sie gleichzeitig mit Dir aufgefordert hat. Natürlich hattest Du nur Augen für Deine Tanzpartnerin in spe, und hast das überhaupt nicht wahrgenommen.

Scheiße! Was tun?

Mögliche Lösungen:

  1. Noch rechtzeitig abdrehen, und in Richtung Toilette oder Bar gehen (Dem Vernehmen nach gibt es Herren, die sehr oft auf die Toilette gegangen sind, bevor sie das Spiel mit dem Augenkontakt richtig verstanden hatten: -).
  2. Wahlweise kannst Du auch nach Freunden oder Bekannten Ausschau halten, die in der Nähe sind, und so tun als ob Du gerade gekommen wärst um sie zu begrüßen.
  3. Möglicherweise sitzt in unmittelbarer Nähe auch eine Dame mit der Du auch schon Blickkontakt hattest, und die gerne mit Dir tanzen würde.In diesem Fall tu als wärst Du gekommen sie aufzufordern.

Auf keinen Fall offenkundig beleidigt oder gekränkt wirken, oder gar einen Streit anzetteln.

Andere Situation: Du hast Dich mit einer Dame per Blickkontakt darauf geeinigt, die nächste Tanda miteinander zu tanzen.

Du gehst über die Tanzfläche, aber bevor Du Deine Auserwählte erreichst, springt deren Nachbarin freudestrahlend auf und eilt auf Dich zu, weil sie glaubt, Du hättest gerade sie aufgefordert.

Mögliche Lösungen dafür:

  1. Du bist höflich und tanzt die nächste Tanda mit der Dame, die versehentlich geglaubt hast, Du hättest sie aufgefordert. Natürlich signalisierst Du Deiner Wunschpartnerin, dass Du bei nächster Gelegenheit mit Ihr tanzen wirst.
  2. Wenn Du die Tanda unbedingt mit Deiner eigentlichen Wunschpartnerin tanzen willst, weil Du beispielsweise weißt, dass als nächstes eine Vals Tanda kommt, und ihr, erfahrungsgemäß,  wunderbar Tangowalzer miteinander tanzt, kannst Du der nicht gemeinten Dame sehr freundlich erklären, dass Du genau diese Tanda schon deiner Wunschpartnerin versprochen hast. Versprich ihr, dafür die nächste Tanda mit ihr zu tanzen, und tu das dann auch (wenn sie will).
  3. Natürlich kannst Du auch so tun, als hättest Du Dir gerade Deinen Knöchel verstaucht, einen alten Freund entdeckt, den Du jahrelang nicht mehr gesehen hast, oder – im Handyzeitalter – als hättest Du gerade in diesem Moment einen wichtigen Anruf erhalten. Ist aber alles nicht wirklich überzeugend. Im Zweifelsfall tanz mit der Dame (siehe 1) und lass sie nicht merken, dass Du das eigentlich nicht wolltest. Selbst wenn sie selber schon verstanden hat, dass Du eigentlich nicht mit ihr tanzen wolltest, gib ihr nie das Gefühl, es wäre Dir unangenehm mit ihr zu tanzen.

So, das wärs für die Herren. In Kürze schreibe ich noch einen Artikel zu diesem Thema für die Damen.

P.S. Fast hätt ich´s vergessen:

Wenn Du eine Dame zum Tanzen einladen willst, solltest Du natürlich sicher stellen, dass sie Dich auch wirklich sehen kann. Wenn die Milonga gut beleuchtet und nicht so groß ist, dass Du ein Fernglas brauchst, um zu den anderen Tischen zu schauen (obwohl das mit dem Fernglas Dir wohl einiges an Aufmerksamkeit einbringen würde), kannst Du die Dame von Deinem Sitzplatz aus einladen. Falls das nicht der Fall ist (gedämpfte Beleuchtung, großer Saal, viele Leute die Dir/Euch die Sicht versperren) solltest Du Dich so positionieren, dass die Dame Dich auch problemlos sehen kann (sprich aufstehen und in die Nähe und das Blickfeld der gewünschten Tänzerin gehen).

Wichtig: Niemals von hinten anschleichen um die Dame zu überraschen. Sie sollte Dich schon rechtzeitig sehen können : –).

 

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Noch einmal Mirada und Cabeceo

Was ist Dein größtes Problem beim Tangotanzen?

Noch ist es nicht zu spät, Deine Meinung zu sagen. Die Umfrage geht weiter. Also, ran an die Computertastatur und schreib, was Du Dir von enem guten Tangotänzer erwartest.

Abgesehen davon einen Tanzpartner/ eine Tanzpartnerin zu finden: Was ist Dein größtes Problem beim Tangotanzen? Was macht Dir auf der Tanzfläche am meisten Schwierigkeiten?

Eine der wichtigsten Aufgaben dieses Blogs ist es, Dir dabei zu helfen, besser Tango zu tanzen.

Deswegen stelle ich mir, wie in meinem Tangounterricht, immer wieder die Frage: Was sind die größten, drängendsten Problem beim Tangotanzen?

Ich weiß, für manche ist es, einen Tanzpartner zu finden.

Aber, abgesehen davon, würde ich an dieser Stelle  gerne wissen, was für Dich das größte Problem beim Tanzen ist, was Dich daran hindert, besser zu tanzen, mit was Du überhaupt nicht klar kommst.

Möglicherweise ist es eine ganz individuelle Sache, vielleicht ist es aber auch etwas, mit dem viele andere Tänzer ein gleiches oder ähnliches Problem haben.

Also schreib einfach und frag! Ich kann nicht versprechen, dass ich für jedes Problem eine Lösung habe, aber ich kann auf alle Fälle versuchen, Dir zu helfen.

Das kann in einer Diskussion mit anderen Lesern dieses Blogs sein, oder, wenn Dir das lieber ist, auch ganz privat.

Also, ich bin schon gespannt auf Deine Frage : –)

Nur fünf Schritte

Hier ein Spruch von Cacho Dante, der mir gut gefällt:

Cacho Dante, Milonguero und Tangolehrer

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„Als sie noch nicht recht wussten, wie sie tanzen sollten, machten sie 20 (verschiedene) Schritte. Als sie ein wenig mehr wussten, machten sie 10. Als sie wirklich wussten, was sie taten, tanzten sie fünf, aber diese wirklich mit hoher Qualität.“

Der Zauber der Langsamkeit

Der Zauber der Langsamkeit.

Ich höre immer wieder von Tangotänzern, dass sie Angst haben, sie würden auf der Tanzfläche nicht genug tun.
Sie machen sich Riesenstress, weil sie glauben, dass ihrer Partnerin langweilig wird, wenn sie nicht ihr ganzes Figurenprogramm abspielen, und dauernd Action machen.

Dazu kann ich nur sagen, schaut Euch dieses Video mit Raimund und Daniela an!

Tango völlig entspannt und, wie ich finde, schön anzuschauen. Was meint Ihr dazu?

 

Übrigens: Daniela und Raimund unterrichten vom 28. Oktober bis 4. November (Berliner Herbstferien) in der Villa La Rogaia. Noch sind Plätze frei.

Mehr darüber erfahrt Ihr hier: Klicken!

Mein Tipp: Tolle Tanzvorführung von Mariano Otero y Alejandra Heredia

Ich bin im Internet über ein Tangopaar gestolpert, das mir wirklich super gefällt:

Mariano Otero y Alejandra Heredia

Ich mags ja, wenn Tango etwas frech und spritzig daherkommt, und nicht nur melancholisch ist.

Das Stück zu dem die beiden hier tanzen ist übrigens weder Tango noch, wie man vielleicht glauben könnte, Milonga, sondern ein Foxtrott, gespielt vom Orchester Enrique Rodriguez.

Die meisten Tangoorchester konnten nämlich nicht nur Tangos spielen, sondern hatten alles Mögliche im Repertoire. Das lief dann unter der Sammelbezeichnung „Otros Ritmos – andere Rhythmen“.

Noch einmal Mirada und Cabeceo

Mir ist gerade, bei der Diskussion darüber nach welchen Kriterien Männer die Damen zum Tango tanzen auffordern, klar geworden, dass es was Mirada und Cabeceo angeht, ein großes Missverständnis gibt.

Auch unter Männern kann man sich mit Mirada y Cabeceo verständigen

Mirada y Cabeceo, die gegenseitige Einladung zum Tanz mit Blicken und Nicken. Für mich die netteste Art zum Tanz zu bitten.

Manche Tänzer gehen offenbar davon aus, dass die Verabredung zum Tanzen durch Mirada und Cabeceo gewissermaßen eine Geheimabsprache ist, die von den anderen Tänzern in der Milonga nicht wahrgenommen wird, oder wahrgenommen werden darf.

 

Das ist nicht der Fall!

Mir ist immer wieder von Argentiniern glaubhaft versichert worden, dass die regelmäßigen Milongabesucher die anderen Gäste in der Milonga sehr genau beobachten und natürlich auch merken, wer mit wem kommuniziert, wer wen durch Blickkontakt zum Tanzen auffordert, und welche Einladung angenommen oder abgelehnt wird.

Aber das macht gar nichts. Getreu dem Motto aus der After Eight Werbung „Nun, wir tun am Besten, als hätten wir es nicht bemerkt“ tut man so als hätte man es eben nicht bemerkt wenn zum Beispiel ein Tänzer gerade einen Korb bekommen hat. „Er hat ja nur geschaut, und weiter ist nichts passiert“. (die Werbung gibt es nicht mehr, aber alle aus meiner Altersgruppe kennen die garantiert noch: -)

Mancher könnte sagen das ist ja Heuchelei. Kann man so sehen. Andererseits gibt es allen die Möglichkeit das Gesicht zu wahren.

Eine Ablehnung beim Blickkontakt ist zwar auch nicht toll, aber deutlich weniger schmerzlich, als wenn Mann oder Frau quer durch den Tanzsaal gestiefelt ist, sich vor den gewünschten Tanzpartner stellt und dann, jetzt wirklich für alle sichtbar, eine Abfuhr erhält.

Umgekehrt kommt aber auch der oder die Aufgeforderte nicht in die blöde Situation, mit jemandem tanzen zu müssen, mit dem man das überhaupt nicht will.

Vor allem für die Damen ist das sehr angenehm.

Ich persönlich habe überhaupt nichts dagegen wenn eine Dame zu mir kommt und mich auffordert, und ich gebe so gut wie nie einen Korb.

Aber mir gefällt das Spiel des Aufforderns mit Blicken, das nette Flirten einfach besser, als mich, wie in der Tanzschule vor der Dame aufzubauen, und zu fragen ob sie tanzen will.

Aber auch für die Herren, die gerade, aus welchem Grund auch immer, nicht oder nicht mit einer bestimmten Dame tanzen wollen, ist Mirada und Cabeceo die elegantere und freundlichere Lösung, deren Einladung abzulehnen.

Dazu ein Beispiel von Annette von Tango Diavolo, welches ich auf Gerhard Riedls Blog gesehen habe. Annette schreibt:

„Neulich ist einem Tradi-Tänzer der alten Schule folgendes passiert: Er geriet in direkten Blickkontakt mit einer Dame, mit der er nicht tanzen wollte und hat es irgendwie verpennt, rechtzeitig wegzugucken. Was macht dann so ein armer Kerl? …

…Der Herr auf dieser Milonga tat folgendes, ich habe es mit eigenen Augen gesehen: Er schüttelte den Kopf! Ist das jetzt höflicher und einfühlsamer, als einer Dame, die direkt fragt, eine höfliche verbale Absage zu geben, wenn es denn gar nicht geht? ..“

Meine Antwort darauf: Natürlich ist es einfühlsamer und für die Dame wesentlich angenehmer, als sie erst durch den Saal marschieren zu lassen, und ihr erst wenn sie direkt vor ihm steht, mit Worten mitzuteilen, dass man nicht mit ihr tanzen will.

Ob es wirklich notwendig war, die Aufforderung überhaupt abzulehnen, und nicht einfach eine Tanda mit dieser Dame zu tanzen, ist eine andere Frage. Aber da ich die genaueren Umstände nicht kenne, kann und will ich dazu nichts sagen.

„…Der Herr hätte den Mumm haben sollen, der Dame zu erklären, warum er nicht mit ihr tanzen will, zum Beispiel entweder ehrlich „Deine Schuhe gefallen mir nicht“, oder „Du siehst mir nicht gut genug aus“, „Du hast vorhin einen Boleo gemacht“, „Du guckst nicht freudig genug“ und so weiter….

Oder unehrlich: „Habe gerade entsetzliche Kopfschmerzen“. „Muß ganz dringend aufs Klo“…“

Dazu hätte sie aber erst mal zu ihm kommen müssen, und hätte sich dann halt einen verbalen Korb geholt. Ich bezweifle stark, dass dies für die Dame die angenehmere Variante gewesen wäre.