Unter diesem Link könnt Ihr einen kleinen Film (ca 9 Minuten) über Buenos Aires von 1932 sehen. Wenig Tango aber trotzdem lustig.
http://www.youtube.
Vielen Dank an Ricardo „El Holandes“.
Unter diesem Link könnt Ihr einen kleinen Film (ca 9 Minuten) über Buenos Aires von 1932 sehen. Wenig Tango aber trotzdem lustig.
http://www.youtube.
Vielen Dank an Ricardo „El Holandes“.

Tango ist ein sozialer Tanz, ein Tanz der Gemeinschaft aller Tänzer auf der Tanzfläche. Kein Tanz für Einzelkämpfer. Gut für unsere Sozialkompetenz.
Wenn Ihr nichts über Tango Argentino wisst, außer den bekannten Klischees, die viele Leute im Kopf haben, wenn sie an Tango denken, fragt Ihr Euch vielleicht „Von was um Himmels Willen redet der da eigentlich?“
Nun, die Sache ist folgende…
Vielleicht kennt Ihr Tango aus irgend einem Film, in dem obskure Gestalten auf schummrigen Tanzflächen seltsame Bewegungen vollführen, und dabei Unmengen von Rosen zerkauen.
Vielleicht habt Ihr Euch Eure Meinung über Tango gebildet, nachdem Ihr bei einem Standard Tanzturnier zugeschaut habt – eingefrorenes Lächeln, zackige Bewegungen, Köpfe bei jedem Schritt völlig unnatürlich verdreht…
Möglicherweise wart Ihr bei einer Tangoshow, spektakulär, technisch brillant, sinnlich und höchstwahrscheinlich sehr beeindruckend.
Um diese Frage zu beantworten, müssen wir zurück zu den Wurzeln des Tango gehen.
Der Tango entstand Ende des 19. Jahrhunderts in Buenos Aires und Montevideo.
Einwanderer aus der ganzen Welt kamen zum Rio de la Plata, in der Hoffnung auf ein besseres Leben.
Zur selben Zeit kamen aber auch viele einheimische Argentinier und Uruguayer vom Land in die großen Städte Buenos Aires und Montevideo.
Sie hatten ihre Arbeitsplätze auf den großen Haziendas, den Rinderfarmen von der Größe kleiner Königreiche verloren, und suchten Arbeit in der Stadt..
Da beide Gruppen um Arbeitsplätze, ein Dach über dem Kopf und oft sogar das bloße Überleben miteinander konkurrierten, waren soziale Spannungen unvermeidlich.
Andererseits war dieser Zusammenprall unterschiedlicher Kulturen die Wiege für einen der erfolgreichsten Musikstile und Tänze, den Tango.
Tango war zu seiner Entstehungszeit ein „Baile social“, ein Tanz in der Gemeinschaft (und der echte Tango Argentino ist das bis heute geblieben), ein sozialer Tanz, der von den einfachen Leuten, Handwerkern, Arbeitern, kleinen Kaufleuten aber auch von den vielen in der Stadt gestrandeten Menschen getanzt wurde…
Tango wurde in den verschiedenen Stadtvierteln unterschiedlich getanzt, je nach der Herkunft der Bewohner des jeweiligen Viertels und ihrer musikalischen Traditionen.
Um aber zusammen tanzen zu können, mussten sich alle Tänzer auf einen gemeinsamen Kodex verständigen.
Ein wichtiger Bestandteil dieses Kodex, der unter wirklich guten Tangotänzern bis heute gilt, war der gegenseitige Respekt, und damit verbunden die Einhaltung gewisser Formen.
Obwohl es natürlich schon immer mehr oder weniger begabte Tänzer gab, und gute Tänzer durchaus Beachtung und Bewunderung ernteten, war für die richtigen Milongueros nicht das Wichtigste, um jeden Preis aufzufallen, und zu zeigen, was für ein toller Tänzer man wahr.
Niemand hätte es gewagt, absichtlich den Tanz eines Anderen zu stören, ganz zu schweigen davon, einen anderen Tänzer zu treten oder anzurempeln.
Wenn Du als guter Tänzer gelten wolltest, musstest Du Wege finden, besser zu tanzen und dabei in der Harmonie der „Ronda“ zu bleiben,
Tangotänzer mussten lernen, sich beständig mit dem Fluß der Musik in der Tanzrichtung zu bewegen, in Harmonie mit allen anderen Tänzern, anstatt sich um jedes kleine Stückchen der Tanzfläche zu streiten.
Ein Aspekt von dem wir sicherlich lernen können.
Auf der Tanzfläche (Und das wäre manchmal bitter nötig) aber auch außerhalb.
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Hier ein Video mit Ricky und Laura vom Firenze Tango Festival.
Wenn Ricky und Laura Milonga tanzen ist das immer ein Erlebnis.
Den Spaß den die Beiden haben, kann jeder erkennen.
Aber wenn man sie live, aus nächster Nähe, tanzen sieht ist das wirklich unvergleichlich.
http://www.youtube.com/watch?v=dF-404NZyvQ&feature=related
Gelegenheit dazu habt Ihr vom 12. bis 19. Mai, 2012, in der Villa La Rogaia, beim Tangokurs mit Ricky und Laura.
Es ist nun schon einige Zeit her, seit ich Ricky Barrios und Laura Melo zum ersten mal Tango tanzen sah.
Das war in einem Ausflugslokal im Grünen, am Stadtrand von Perugia, beim Abschlussfest eines Tango Workshops.
Ich hatte schon von vielen Tangotänzern in Perugia gehört, dass Ricky und Laura ganz besondere Tango Tänzer und Tango Lehrer seien, war natürlich neugierig, hatte aber ehrlich gesagt keine allzu großen Erwartungen. Immerhin hatte ich schon viele Tangoshows mit ausgezeichneten Tänzern gesehen
Was ich aber dann erleben durfte, warf mich buchstäblich vom Hocker und veränderte nachdrücklich meine Art Tango zu sehen und zu tanzen.
Vom ersten Augenblick an war klar, dass Ricky und Laura unglaublichen Spass am Tanzen, an ihrer kleinen Tango Show hatten.
Die beiden kamen auf die Bühne, fingen an zu tanzen, und lachten, ja strahlten förmlich vor Freude.
Dieses Lachen, diese Freude war mitreißend, ansteckend und – alles war echt, nicht gespielt, kein professionelles Showlachen. Das reine unverfälschte Glück… „Tango, ein trauriger Gedanke“ ? Ach wo her…
Bereits nach dem ersten Tango waren alle Zuschauer begeistert, ich auch.
Was dann mit mir geschah? Ich weiß nicht recht, wie ich es sagen soll.
Ich war auch vorher schon kein besonders trauriger oder wehmütiger Mensch aber dieses Lachen von Ricky und Laura, ihre Fröhlichkeit beim Tanzen, ihre Leichtigkeit, veränderte etwas in mir, hatte etwas ungeheuer Befreiendes.
Die Qualität meines Tangotanzens wurde, ich kann es nicht anders sagen, mindestens eine Ebene nach oben katapultiert.
Noch am gleichen Abend, nur durch das Zuschauen, durch die positive Energie, die von Ricky und Laura ausging tanzte ich Tango plötzlich viel besser als zuvor.
Und das war keineswegs nur mein subjektives Gefühl, keine Einbildung.
Alle Damen mit denen ich an diesem Abend Tango tanzte und von denen ich die meisten schon lange kannte, stellten angenehm überrascht fest, dass ich urplötzlich noch viel leichter, viel lockerer tanzte.
Ich habe oft darüber nachgedacht, was an diesem Abend mit Ricky und Laura mit mir passiert ist.
Heute würde ich sagen, dass ich durch ihre positive Energie einen ordentlichen Schubs bekommen und noch deutlicher erkannt, vor allem aber auch gespürt habe, wie wichtig es ist Tango auf spielerische Weise zu tanzen, und die Freude und das Lachen ganz bewusst zu einem Teil meines Tanzes zu machen.
Wie gesagt, ich gehörte auch vorher nicht zu den verbissenen, melancholischen Tango Tänzern. Aber Ricky und Laura an jenem Abend tanzen zu sehen war noch mal eine ganz andere Dimension von Freude am Tango.
Wenn Ihr diese Dimension kennen lernen wollt, habt Ihr die Gelegenheit dazu vom
23.März – 30. März 2013.
P.S. Warum Ihr beim Tango tanzen lachen solltet (oder zumindest lächeln)
Wenn Ihr das wollt, vergesst den “Grundschritt”

Kann man Tango tanzen, ohne einer bestimmten, auswendig gelernten Schrittkombination zu folgen? Aber selbstverständlich! Man kann es nicht nur, beim Tangotanzen in der Milnga muß man das dauernd.
Klar, als ich angefangen habe Tango zu lernen, haben mir meine ersten Tangolehrer auch den sogenannten „Grundschritt“ beigebracht. Damals, in den Anfängen des Tango Argentino in Deutschland machten das fast alle so.
Soweit mir bekannt ist, hatte kurz zuvor Antonio Todaro, damals einer der berkanntesten Bühnentänzer, als er in Europa unterrichtete, diese Methode eingeführt, weil er (und möglicherweise viele andere Argentinier) glaubte, dass die Europäer unfähig seien, den Tango auf andere Weise zu lernen.
Warum er davon ausging, dass dies eine gute Methode sei, kann ich nicht wirklich nachvollziehen..
Argentinischer Tango ist ein völlig improvisierter Tanz, was alle Tangolehrer, die ich kenne, auch sofort und immer wieder bestätigen.
Natürlich fällt an dieser Stelle jedem Tangotänzer auf, dass es hier einen Widerspruch gibt. Wie kann ein Tanz, der von Anfang bis Ende völlig improvisiert sein soll, auf einer festgelegten Schrittfolge, einer Mini Choreographie basieren? Nichts anderes ist nämlich der sogenannte Grundschritt.
Gut, das ist eine sehr fundamentale Frage und man könnte gelassen darüber hinweggehen, wenn der sogenannte Grundschritt nicht eine ganze Reihe negativer Auswirkungen hätte.
In der Praxis ist es doch so, dass die meisten Tangotänzer, die den sogenannten „Paso di Base“ gelernt haben, zumindest für lange Zeit nichts anderes tanzen können, als eben diese auswendig gelernte Schrittsequenz und deshalb auf der Tanzfläche dauernd in Schwierigkeiten kommen.
Warum das so ist? Die Antworten darauf sind einfach.
Zum einen sind beim Tango tanzen auf der Tanzfläche meistens viele andere Tänzer, die auf wundersame Weise immer im Weg stehen, wenn man gerade seinen Grundschritt oder sonstige vorfabrizierte Schritte machen will.
Die Folgen daraus sind Zusammenstöße mit anderen Tänzern, Ärger und Frust, weil man einfach nie richtig zum Tanzen kommt und schließlich bei vielen der endgültige, entnervte Rückzug von der Tanzfläche.
Zum anderen verschwenden die Tänzer, die als erstes den sogenannten Tango Grundschritt lernen, Zeit damit, eine bestimmte, letztlich unnötige Schrittfolge einzuüben, anstatt sich auf wirklich wichtige Dinge zu konzentrieren.
Was ist also wichtig beim Tango?
Um das zu beantworten kann man einige einfache Fragen stellen.
Wenn man sich aber auf den sogenannten Grundschritt konzentriert passiert folgendes:
Dann kann Tango zu einem magischen Erlebnis werden.
Wollt Ihr mehr über die magischen Momente des Tango wissen? .
In all den Jahren, die ich jetzt schon Tango tanze und Tangoreisen organisiere, habe ich viele Tangolehrer erlebt. Von allen habe ich etwas gelernt. Von manchen sehr viel.
Einer der Tangolehrer die sich mir am meisten eingeprägt haben, war der inzwischen verstorbene Eduardo Aquirre.
Ich habe Eduardo nicht so sehr als Lehrer erlebt, der viel theoretisch erklärte.
Wie viele der argentinischen Milongueros gehörte er eher zu denjenigen, die etwas vormachten, und es dann die Schüler nachmachen ließ.
Das Erklären überließ Eduardo lieber seiner damaligen Partnerin Yvonne. Zumindest schien es mir immer so.
Was für mich aber viel wichtiger war, war Eduardos Gefühl für die Musik (Ich glaube, er konnte jedes Tangolied auswendig singen und ganze Abende damit gestalten).
Und – er wusste alles über Rhythmus.
Unvergesslich wird dabei für mich ein Wort bleiben, welches er im Unterricht permanent verwendete und zwar fast immer im Dreierpack.
„Ritmo! Ritmo! Ritmo!“
So trieb er uns Kursteilnehmer freundlich aber bestimmt an, wenn wir uns seiner Ansicht nach zu behäbig zu d´Arienzo oder anderen eher rhythmusbetonten Orchestern über die Tanzfläche bewegten.
Waren wir dann aufgewacht, und tanzten endlich zumindest einigermaßen mit der Musik, lächelte Eduardo sichtlich zufrieden und wohlwollend.
Bis zum nächsten „Ritmo! Ritmo! Ritmo!“
Es hat ein bißchen gedauert, bis ich anfing, das mit dem richtigen Rhythmus zu begreifen und praktisch umzusetzen. Dafür habe ich es jetzt so verinnerlicht, dass es mir jedesmal in den Sinn kommt, wenn ich an Tango denke – also jeden, naja, fast jeden Tag.
In diesem Sinne: „Ritmo! Ritmo! Ritmo!“

Tangokurs in entspannter Atmosphäre in der Kleingruppe bietet den Teilnehmern eine Reihe von Vorteilen für ihren Tangounterricht
Es ist offensichtlich, dass Kurse in einer kleinen Gruppe immer eine Reihe von Vorteilen für die Teilnehmer haben.
Die Kursleiter haben genügend Zeit, sich um jeden einzelnen Teilnehmer zu kümmern. Sie können individuell auf euch ganz persönlich eingehen.
So weit so gut…
Aber was bedeutet das eigentlich für Euch als Kursteilnehmer?
Stellt Euch doch einfach einmal vor, Ihr wärt nicht Kursteilnehmer sondern Tangolehrer. Stellt euch vor, ihr wärt auf einem großen Festival und würdet dort unterrichten.
Morgens von 9.30 bis 11.00 Uhr vielleicht Tango Mittelstufe, dann den Tango- Intensivkurs mit Sacadas. Ab 14.00 Uhr dann Vals für Anfänger und ab 16.00 Vals für Mittelstufe mit Giros, ab 18.00 Uhr Milonga Traspié bis …
Und so weiter, und so weiter…
Dies alles für zwei, drei Tage mit immer wieder wechselnden Teilnehmern, von denen Ihr einen guten Teil maximal einmal in eurem Kurs zu Gesicht bekommt.
Nehmen wir an, dass ihr gute Tangolehrer seid, engagiert und noch nicht von den vielen neuen Gesichtern und dem Festivalbetrieb abgestumpft. Glaubt ihr, dass ihr trotzdem all den Kursteilnehmern, die in eure Workshops kommen gerecht werden könnt?
Glaubt ihr als Kursteilnehmer, dass ein Kursleiter, der sich bei einer Großveranstaltung jeden Tag auf immer wieder neue Menschen, mit ihren ganz persönlichen Erwartungen, ihren kleinen und großen Problemen und den Unterschieden im Tanzniveau einstellen muss, wirklich jedem bestmöglich gerecht werden kann, selbst wenn er oder sie sich größte Mühe gibt?
Und was ist nach dem Kurs? Haben die Kursleiter noch Zeit und Energie, mit euch zu sprechen, Fragen zu beantworten, die euch nach Ende des Workshops noch einfallen, während die Teilnehmer der nächsten Gruppe schon ungeduldig warten…?
Ich war bei vielen Tangofestivals und kenne viele Tangolehrer persönlich.
Deshalb weiß ich, dass die Kursleiter oft nach einem Kurstag so geschafft sind, dass sie nur mehr ihre Ruhe haben wollen und schnell verschwunden sind.
Oft schaffen sie es gerade noch, während der abendlichen Milongas, im Lauf des späteren Abends, am Kursleitertisch freundliche Miene zu machen, weil sie dazu verpflichtet sind.
Was würdet ihr sagen, ist dagegen der größte Vorteil, den euch ein Kurs in La Rogaia bietet.
Was meint ihr, lernt ihr in dieser familiären, entspannten Atmosphäre angenehmer, schneller und stressfreier?
Wir glauben schon. Und ihr…
Der Trick mit dem linken Arm
Viele argentinische Tangotänzer, vor allem die, die sich eher als traditionell verstehen, legen großen Wert darauf, dass der linke Arm des Herrn in einer sehr festen Position, um nicht zu sagen starr gehalten wird, um „der Dame Halt zu geben“.
Das mag gut aussehen und ich will nicht behaupten, dass es falsch ist, vorausgesetzt dass der Herr sich an die Schulterhöhe der Dame anpasst und nicht ihren Arm unnötig und unbequem hochreißt.
Allerdings braucht eine Dame, die gelernt hat, in ihrer eigenen Achse zu stehen, diesen vermeintlichen Halt gar nicht.
Jede Tangotänzerin und jeder Tangotänzer, sollte sich darum bemühen immer in der eigenen Achse zu stehen (Außer bei Figuren, bei denen die Achse bewusst aufgegeben wird).
Die starre Handhaltung ist also letztlich nicht wirklich nötig, und sie hat einen entscheidenden Nachteil. Sie blockiert nämlich die Bewegungen der Tänzer.
Das beginnt bereits beim einfachen voreinander Gehen im Parallelsystem.
Warum das so ist?
Wenn wir normal entspannt gehen, schwingt immer der rechte Arm zusammen mit dem linken Bein nach vorne und der linke Arm mit dem rechten Bein.
Beim Tangotanzen ist das nicht anders. Allerdings gehen wir jetzt zusammen mit unserem Partner. Und jetzt kommt das Problem. Wenn die Handhaltung sehr starr ist, kommt es häufig vor, dass dieses natürliche Miteinander-Schwingen blockiert wird.
Das Miteinander tanzen wird dadurch ungemütlicher, und viele Bewegungsabläufe werden unnötig erschwert oder sogar unmöglich.
So, und jetzt kommt der Trick:
Meine Herren,
Das wär´s. Probiert es aus, fragt eure Partnerin, was sich für sie am angenehmsten anfühlt, und wie sie eure Signale, eure Einladungen am Besten versteht.
Tango Argentino tanzen bedeutet auch “in einer Umarmung gemeinsam zum Klang der Musik zu gehen…”
Das heisst, das die richtige Umarmung eines der wichtigsten Dinge ist, wenn wir Tango tanzen.
Die Umarmung hat entscheidenden Einfluß darauf, ob wir uns angenehm und bequem fühlen während wir tanzen, und ob wir den Freiraum haben uns entspannt zu bewegen.
Gut, dann mal los.
Für die Herren:
Die Umarmung darf nicht so fest sein, dass Du der Dame die Rippen brichst. Schraubstockarm ist völlig out!
Biete Deiner Tanzpartnerin einen sicheren aber sanften Halt mit Deinem rechten Arm. Sie muss in der Lage sein, sich innerhalb Deiner Umarmung frei zu bewegen.
Blockier nie die Möglichkeit der Dame sich zu bewegen, außer Du willst sie wirklich anhalten.
Vor allem, wenn sie Ochos oder eine Molineta macht, kannst Du der Dame heftige Rückenschmerzen verursachen und ihr sogar langfristige Schäden zufügen, wenn Du sie wie in einem Schraubstock hältst, weil Du sie dadurch zwingst, ihr Rückgrat völlig unnatürlich zu verdrehen.
Natürlich machst Du es der Dame dadurch auch extrem schwer, oder gar unmöglich, stabil in ihrer eigenen Achse zu stehen.
Dein Arm sollte nicht auf dem Rücken der Dame festgeschweißt sein. Du musst vielmehr jederzeit in der Lage sein, die Position des Armes auf ihrem Rücken zu ändern.
Wenn ihr in der engen Umarmung tanzt gleitet Dein Arm um ihren Rücken über den unteren Bereich ihres Schulterblatts, um die rechte Seite ihres Brustkorbs oder um ihre Taille (Je nachdem, wie groß ihr beide seid, und wie es sich für euch beide am bequemsten anfühlt).
Wenn ihr in der offenen Umarmung tanzt, gleitet Dein Arm zurück zu ihrem linken Schulterblatt (das mache ich meistens, weil ich dort sicheren Halt finde, auch wenn die Dame ein Kleid aus sehr glattem Stoff trägt), oder zur linken Seite ihres Brustkorbs (am Rücken!)
Achte darauf, dass Deine Hand flach auf dem Rücken der Dame liegt. Krall niemals Deine Finger wie Klauen in ihren Rücken. Du kannst darauf wetten, dass sie DAS nicht mag.
Für die Damen:
Versuch nicht Stabilität zu gewinnen, indem Du Dich wie ein Kartoffelsack an Deinen Tanzpartner hängst. Versuch immer stabil in Deiner Achse zu bleiben.
Dein linker Arm soll auf keinen Fall wie eine Schraubzwinge am rechten Arm Deines Partners festgeklemmt sein. Vielmehr solltest Du damit sanft an seinem Arm entlang hinauf- und herunter gleiten können, um Dich der jeweiligen Umarmung (offen oder eng) anzupassen.
Wenn ihr in der geschlossenen Umarmung tanzt, gleitet Dein Arm nach oben, um den Hals des Mannes, wo er ohne Gewicht liegen bleibt. Bitte würg den Herrn nicht, und krall Dich nicht an Schulter oder Hals des Herrn fest.
Falls Dein Partner viel größer ist als Du selbst, schling Deinen Arm nicht um den Hals des Partners. Das sieht schlimmstenfalls wirklich aus wie Kartoffelsack, bringt Dich aus Deiner Achse, und verdreht ziemlich unangenehm Deinen Körper.
Leg Deinen Arm stattdessen an seine Schulter, auf seinen Rücken oder an seinen Oberarm, in einer Stellung, die für Euch beide komfortabel ist.
Auch hier gilt. Auf Deinem Arm ist nur soviel Gewicht, dass Du einen guten Kontakt hast, aber nicht mehr, weil Du sonst die Bewegungen Deines Partners blockierst, und das Gewicht auf seinem Arm für ihn meistens unangenehm ist.
Wenn ihr in der offenen Umarmung tanzt, gleitet Dein Arm (nicht Deine Hand!) zur Außenseite seines Unterarms. Stütz Dich nicht darauf ab, sondern halte nur gut den Kontakt.
Entspann Deinen Arm, und sei immer bereit wieder in die geschlossene Umarmung zurückzukehren.
Für beide Partner:
Blockiert niemals ohne Grund den Bewegungsspielraum eures Partners.
Denkt daran. Ihr tanzt als ein Paar zusammen. Sobald ihr euren Partner beim Tanzen blockiert, blockiert ihr auch euch selber. Und das wollt ihr doch nicht, oder?
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Ich bin sicher, dass jeder von euch diese Situation kennt.
Auf der Tanzfläche herrscht das Chaos. Die Tänzer rennen wild durcheinander (als Tanzen kann man das nämlich nicht mehr bezeichnen), durch die Mitte, meilenweit entgegen die Tanzrichtung, wild links und rechts überholend.
Manche outen sich als radikale Verfechter der Verkehrsberuhigung auf der Tanzfläche und blockieren stundenlang den Tanzfluss aller anderen mit einer Unzahl von Figurenkombinationen die sie strikt am Platz tanzen.
Solche Tänzer haben bei mir insgeheim den Namen „Pistenpoller“
Liebe Poller, eine Anmerkung an dieser Stelle. Wenn Ihr gerne am Platz tanzt, gibt es viele schöne Tänze, bei denen ihr das tun könnt. Salsa, Merengue, Rock´ n Roll, Boogie, Chacha, Rumba und was weiß ich noch alles, werden am Platz getanzt.
Tango NICHT!
Tango bedeutet Bewegung im Raum. Schnell oder langsam, je nachdem, wie viele Tänzer auf der Tanzfläche sind, aber Bewegung….
Ja, und dann gibt es da noch die Bewohner von Gancho City. die wilden Voleo Feger, die Von-Hinten-Auffahrer, die einem immer auf den Hacken stehen, egal was man versucht, um sie abzuschütteln.
Alle sind genervt (Na ja, fast alle, manche spüren es halt nicht, dass da etwas nicht so toll ist), die Grundstimmung ist aggressiv.
Irgendwie kämpft jeder gegen jeden. Niemandem macht das Tanzen mehr so richtig Spaß.
Das kann ziemlich frustrierend werden.
Was kann man dagegen tun?
Die Antwort ist einfach.
Wir tanzen in der Ronda, der harmonischen Runde aller Tänzer, wie es in guten, traditionellen Milongas üblich ist (Und glaubt mir, auch wenn ich beileibe kein Traditionsfanatiker bin, manche Traditionen haben wirklich etwas für sich.)
Was passiert also in der Ronda?
Wenn alle das beherzigen und in der Ronda tanzen, entsteht im Raum eine fantastische Schwingung, die jeder spüren kann, und die alle mit sich trägt. Keine Aggression, kein genervt sein, Alle tanzen mit allen. Jeder fühlt sich wohl.
Wer einmal diese Schwingung erlebt hat, möchte sie nicht mehr missen. Sie verändert das eigene Tanzen mehr als viele Stunden Figuren lernen.
Das war´s. Jetzt geht los und tanzt Tango – in der Ronda!
P.S. Und erzählt es allen weiter…:-)
P.P.S. Und Nein! Diese Ronda hat nichts mit den Beach Boys zu tun
P.P.P.S. Wollt Ihr entdecken, wie Ihr am Besten einfach und schön zur Musik tanzen könnt? Gönnt Euch eine entspannte Auszeit in Italien und kommt zu diesem Kurs.
Dann klickt einfach hier!