Mit dem eigenen Partner klappt´s, aber..

Bei unseren Kursen erleben wir immer wieder, dass Kursteilnehmer sich nicht trauen, mit anderen Tänzern als dem eigenen Tanzpartner oder der eigenen Tanzpartnerin zu tanzen. 

Dabei spreche ich nicht von frischverliebten Paaren, die gerade niemand anders als dem geliebten Menschen nahe sein wollen.

Auch viele andere trauen sich zunächst nicht, mit jemand anders als dem gewohnten Partner zu tanzen.

Das hat meistens folgenden Grund:

Wenn man nur oder hauptsächlich mit einem Partner übt, funktionieren einige Dinge scheinbar automatisch.
Man passt sich seinem Partner, seiner Partnerin an.

Man gleicht seine/ihre Fehler aus und entwickelt dabei leider fehlerhafte Gewohnheiten.

Mit dem gewohnten Partner funktionieren viele Dinge, obwohl beide oder zumindest einer von beiden etwas falsch macht und sie mit jemand anderem nie funktionieren würden.

Man fühlt sich sicher, in der eigenen Komfortzone.
Diese Sicherheit verhindert jedoch oft die wichtige Weiterentwicklung, die für schöneres, entspannteres Tanzen sinnvoll wäre.

Ein Beispiel: Die Dame macht nach hinten zu kurze Schritte, weil sie unsicher ist und nie richtig Schritttechnik gelernt hat. Der Herr, der ihr als Gentleman natürlich nicht auf die Füße steigen möchte, macht unwillkürlich auch kleinere Schritte.

Dadurch kann er aber nie die Energie aufbauen, die es der Dame ermöglichen würde, zu verstehen, was der Herr eigentlich will.

Die Dame wird noch unsicherer und macht noch kleinere Schritte… (Ihr seht, wo das hinführt).

Die größten Fortschritte erzielt man deswegen nicht, wenn man nur mit einem Partner tanzt.
Die größten Fortschritte entstehen durch häufige Partnerwechsel, während des Unterrichts

Wenn du regelmäßig mit verschiedenen Menschen, mit ihren unterschiedlichen Energien, Vorkenntnissen und unterschiedlichen Reaktionen tanzt, wird Dein Tango immer besser.

Du beginnst zu erkennen, wo sich Fehler eingeschliffen haben.

Du stellst fest, dass eine Bewegung mit einer Person funktioniert und mit einer anderen nicht (oder zum Beispiel auch, dass etwas was mit dem eigenem Partner funktioniert, mit niemand anders funktioniert, weil sich ins Tanzen mit diesem Gewohnheitsfehler eingeschlichen haben)

Du übst, Dich an neue Tanzpartner anzupassen.
Das hilft, Dir dabei, dann auch besser, mit dem eigenen Partner zu tanzen.

Dein Tanz wird flexibler, weniger geprägt von auswendig gelernten Mustern (die sich bei jedem Paar einschleichen)

Die Tangolehrer Wolfgang Sandt und Annette Greifenhagen beim Tanzen

Mit dem eigenen Partner zu tanzen ist schön, aber man lernt viel dazu, wenn man auch mit anderen tanzt.

Bei einem neuen, ungewohnten Tanzpartner bist Du aufmerksamer, weil Du Dich nicht mehr auf Deine gewohnten Muster verlassen kannst. 

Du stärkst Dein Selbstvertrauen, weil Du feststellst, dass Du manche Dinge die mit Deinem eigenen Partner nicht funktionieren, mit jemand anderem ohne weiteres tanzen kannst (die erleichternde Erkenntnis daraus: „Der Fehler liegt ja gar nicht bei mir“).

 

 

 

Und zu guter Letzt: Du bist auch zurückhaltender mit Kritik, die Du deinem gewohnten Partner gerne an den Kopf knallst. Bei Menschen die wir noch nicht so gut kennen, sind wir normalerweise deutlich zurückhaltender, als gegenüber dem eigenen Partner.

Ihr seht, es gibt viele gute Gründe, zumindest im Unterricht und bei Übungsabenden die Tanzpartner zu tauschen (muss ja nicht für immer sein).

Ausprobieren solltet Ihr es auf jeden Fall.

Gerne auch bei einem Tangourlaub in der Villa La Rogaia. Alle Infos dazu gibt s hier. Klick!

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