Schluss mit diesem dummen Mythos!

Tango

Wer gut Tango tanzen will, muss lernen, die Musik zu hören. Das ist viel leichter, als mancher uns glauben machen will.

Neulich in der Milonga war es wieder mal soweit.

Meine Frau tanzte mit einem Tänzer, der zwar nicht schön oder elegant, dafür aber SEHR aktiv tanzte. Als sie nach der Tanda wiederkam, und ich sie fragte, wie es gewesen sei, meinte sie nur, „Der hat aber auch überhaupt keine Ohren.“

Leider sieht und spürt man (oder besser frau) das bei vielen Tänzern.

 

 

 

Sie lernen mehr schlecht als recht irgendwelche Figuren, gehen dann auf die Tanzfläche und betrachten die Tangos, zu denen sie „tanzen“,  nur als musikalisches Hintergrundrauschen.

Jammerschade, denn die Tangomusik, zumindest die im weitesten Sinne traditionelle, macht es den Tänzern leicht, gibt ihnen dauernd Hinweise und Vorschläge, wie sie leicht und schön tanzen könnten.

Natürlich ist es nicht immer allein die Schuld der Tänzer, dass sie nicht auf die Musik achten. Viele Tangolehrer werden schlichtweg ihrer Verantwortung nicht gerecht, ihren Schülern die Tangomusik nahezubringen.

Begründet wird das oft damit, dass „Europäer Tangomusik ohnehin nicht richtig hören oder verstehen können“. Ein ebenso dummer wie falscher Mythos, der leider von zu vielen verbreitet und geglaubt wird.

Leider wird dieser Mythos von etlichen Tango Aficionados, selbsternannten alten Milongueros und europäischen, ebenfalls selbsternannten, Hütern argentinischer Kultur eifrig gepflegt. Auch manch argentinische Tangolehrer übernehmen ihn gerne, weil dieser Mythos natürlich die eigene Autorität steigert.

Tatsache ist allerdings, dass kaum einer der „alten Milongueros“ die heute noch auf Europa-Unterrichtstourneen unterwegs sind, im Goldenen Zeitalter des Tangos gelebt oder getanzt hat.

Auch von den heutigen argentinischen Profitänzern hat kaum einer Tango mit der Muttermilch aufgesogen.

Zu guter Letzt haben ja auch große Teile der Tangomusik Ursprünge in Europa.

Beeinflusst wurde der Tango zum Beispiel vom Belcanto aus Süditalien, von Wiener Walzer und französischen Musette Walzern, von der böhmischen Polka und von einem typischen Instrument sächsischer Bergmannsorchester, dem Bandoneon.

Selbstverständlich kann daher (fast) jeder, der sich die Zeit nimmt, Tangos öfter zu hören, verstehen wie die Musik funktioniert, welche Besonderheiten die einzelnen Stücke haben, oder, ganz einfach und hilfreich im praktischen Leben auf der Tanzfläche,  welcher der drei Rhythmen des Tango Argentino, Tango, Vals oder Milonga überhaupt gerade gespielt wird.

Man muss dazu nicht die Biografie jedes Tangomusikers, Orchesterleiters oder Komponisten oder die Entstehungsgeschichte jedes Tangos kennen (obwohl das oft interessant, amüsant und berührend sein kann).

Aber das häufige Hören der Musik trägt erheblich dazu bei, dass wir besser tanzen. – Und das ohne dass es notwendig ist, dafür einen Kurs zu besuchen.

Also, nehmt Euch die Zeit, hört Tangos, Tango Valses und Milongas so oft ihr könnt. Es lohnt sich.

Das gilt für Männer und Frauen, die ja beide die Musik interpretieren sollen.

Ein Tipp für die Männer: Wenn Ihr aufhört in erster Linie viele Figuren machen zu wollen und stattdessen schön entspannt zur Musik tanzt, werdet Ihr Euch wundern, wie sehr Euch die Frauen dafür lieben.

Ein Tipp für die Frauen: Wenn Ihr nicht bei jedem Tanz Euer ganzes Repertoire an Verzierungen vorführt, egal ob es zur Musik passt, oder nicht, macht Ihr Euch und Euren Tanzpartnern das Tangoleben sehr viel einfacher und gewinnt an Eleganz.

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Stefanos Geheimnis

Professionelle Tangotänzerinnen sind nicht leicht zu beeindrucken, vor allem dann, wenn sie schon weit in der Tangowelt herumgekommen sind.

Da wird über die tänzerischen Fähigkeiten der anderen Milongabesucher und der Nachwuchstanzstars manchmal ganz schön abgelästert.

Ein Tänzer, den man regelmäßig in den Milongas von Perugia und Umgebung antreffen kann erfährt allerdings immer großes Lob, – selbst von den kritischsten Tango Diven.

Und natürlich wollen auch alle mit ihm tanzen.

Stefano.

Wer ist Stefano? Nun ein Herr im „besten Alter“ wie es so schön heißt. Graumeliert, Schnauzbart, wacher Blick. Er könnte den erfahrenen, listigen Kommissar in einem französischen Krimi spielen.

Was macht Stefano, um soviel Aufmerksamkeit bei den Tangotänzerinnen zu wecken?

Ehrlich gesagt, nicht viel. Sein Repertoire an Schritten ist sehr überschaubar. Trotzdem liegen selbst die anspruchsvollsten Damen völlig entspannt und glücklich lächelnd in seinen Armen.

Was also ist sein Geheimnis?

Nun, Stefano tanzt sehr schön mit der Musik. Das ist das Allerwichtigste!

Das ist das erste was Tangotänzerinnen auffällt, die schon alles mögliche (und viel Unmögliches) an Schrittkombinationen und Figuren gesehen haben, und dadurch nicht mehr zu beeindrucken sind.

Stefano stresst seine Tanzpartnerinnen nicht.

Sie müssen nicht Dutzende von Schrittkombinationen abtanzen, sondern können sich, völlig entspannt, in den Tanz, in die Musik fallen lassen.

Stefano tanzt sicher, mit Überblick für das Geschehen auf der Tanzfläche.

Nie würde er seine Dame in ein anderes Paar rempeln. Seine Tanzpartnerin kann sich ganz sicher fühlen.

Stefano ist kein Tangolehrer. Ich glaube, dass würde ihm gar nicht liegen.

Trotzdem könnt Ihr viel von Ihm lernen. Zumindest dann, wenn Ihr wollt, dass Eure Tanzpartnerin sich beim Tangotanzen genau so wohl fühlt, wie die Tanzpartnerinnen von Stefano.

Trickfilm mit Tangomusik. Unbedingt anschauen!

Von einer Tangotänzerin und guten Freundin bekam ich den Link zu diesem ungewöhnlichen Trickfilm, mit dem Tango „Vamos“ gespielt von Carlos Di Sarli und seinem Orchester.

Ich finde es absolut sehenswert und will es Euch auf keinen Fall vorenthalten.

Hier könnt Ihr das Video anschauen.

Vamos!

Viel Spaß damit!

Den spanischen Text des Tangos findet Ihr bei Todo Tango

Vamos

Tango 1944

Schau den Tango Orchestern zu!

Schau den Tango Orchestern zu!?

Was denn? Sollten wir ihnen nicht besser zuHÖREN?

Ja, natürlich sollen wir ihnen zuhören. Manchmal ist es aber hilfreich ihnen zuzuschauen, wie sie spielen, um ein besseres Verständnis für die Musik zu bekommen.

Schau, als Tangotänzer sind wir Teil des Orchesters, „Wir malen die Musik mit unseren Füßen“ – wie Carlos Gavito sagt.

Ich möchte hinzufügen: Wir malen die Musik genauso mit unserer Haltung, mit unserem Ausdruck, mit unserer Art mit unserem Tanzpartner und den anderen Tänzern zu kommunizieren.

Deswegen müssen wir uns dessen bewußt sein, was passiert, wenn ein Orchester spielt. Wir müssen verstehen, welche Instrumente gerade spielen welche still(er) bleiben.

Wir müssen lernen, die kleinen Überraschungen, welche das Orchester für uns Tänzer auf Lager hat, zu erkennen. Überraschungen, die unseren Tanz bereichern, interessanter werden lassen. – Falls wir sie bemerken und in unseren Tanz einbauen.

Hier zwei Beispiele von Juan D´Arienzo beim Dirigieren seines Orchesters. Ihr könnt sehen, welche Instrumente gerade im Vordergrund stehen, welche sich zurücknehmen, welche Instrumente der Musik Kraft und Energie geben.

Aber achtet auch auf die Pausen, die „Momente der Stille“ “ wie Steve Morrall sie nennt.

Zuerst „Loca“ –  „Verrückte“

 

Und hier der wohl berühmteste Tango der Welt „La Cumparsita“. Genießt die Energie und Spielfreude von D´Arienzo und seht, warum er  „El rey del compas“, „Der König des Rhythmus“ genannt wird.

Warum Tango tanzen fit und gesund hält

Warum Tango tanzen fit und gesund hält.

Wissenschaftller haben nachgewiesen, dass Tangotanzen gesund und fit hält. Lest hier, warum!

Wissenschaftller haben nachgewiesen, dass Tangotanzen gesund und fit hält.
Lest hier, warum!

Immer wieder zeigen Studien, dass Tanzen und dabei vor allem Argentinischer Tango gut für die Gesundheit ist.

Tango Argentino hat sich gegen Depression, Stress und Eheprobleme, aber auch gegen Parkinson als wirksam gezeigt.

Um herauszufinden, warum Argentinischer Tango, nicht aber beispielweise Walzer und andere Standardtänze so günstig auf die Gesundheit wirkt, hatten Forscher der Uni Frankfurt die Idee in Speichelproben der Tänzer die Konzentration der Hormone vor und nach dem Tanz zu messen.
Das Ergebnis: Tango regt einerseits, durch die erotische Nähe zum Partner, das Testosteron an. Andererseits wird durch die rhythmische Musik das Stresshormon Cortisol reduziert.

Die Bewegung zur Musik steigert darüber hinaus die Fitness im allgemeinen, die Denkfähigkeit und die Konzentration.

Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass auch das Gleichgewichtsgefühl durch Tangotanzen deutlich verbessert wird.

Das liegt daran, das Tangotänzer lernen aufrecht, in guter Haltung, in ihrer eigenen Achse zu stehen und diese Achse auch während der Bewegung aufrecht zu erhalten.

Das wirkt sich natürlich nicht nur beim Tanzen, sondern allgemein sehr positiv aus. Dadurch kann zum Beispiel die Sturzgefahr im Alter durch regelmäßiges Tangotanzen deutlich reduziert werden

Also, tut etwas für Eure Gesundheit und meldet Euch gleich zu einem Tangokurs in der Villa La Rogaia an.Zum Tangourlaub hier klicken.

Auch wenn ich dazu  noch keine empirischen Untersuchungen gefunden habe, bin ich sicher, dass sich die gesundheitsfördernde Wirkung des Tango noch verstärkt, wenn Ihr Tango lernen mit einem erholsamen Urlaub in Umbrien verbindet.



„Liebe Annette und Wolfgang,

die Woche bei Euch war für uns ein tolles Erlebnis. Es war alles stimmig.
Wir haben uns als das ältestes Anfängertanzpaar – mit 73 und 75 Jahren – keineswegs so gefühlt.
Im Gegenteil ! Da wir unsere ersten Tangoschritte erst im April diesen Jahres erlernten, gab es bei uns zu Beginn des Kurses nicht wenige Hemmungen und Unsicherheiten. Dank Eurer geschickten Unterrichtsmethode, konnten wir sehr schnell die Hemmungen überwinden und freuten uns auf jede neue Unterrichtseinheit.
Unsere einhellige Meinung, Tango Argentino kann man auch mit über 70 Jahren erlernen und mit Genuss tanzen. Auf jeden Fall war der Kurs bei Euch und mit Euch ein ganz wichtiger Meilenstein, um dieses Ziel zu erreichen.
Liebe Grüsse an Euch und Euer Team
Uschi und Heinz, Plauen, über Tangokurs mit Wolfgang Sandt 25.10. – 1.11.2014″



 

Sag mal , was ist denn mit Deinem Bein?

Sag mal , was ist denn mit Deinem Bein?

„Bringt Euer Gewicht auf den rechten Fußballen.“ Sagte unser Tangolehrer.

Gewicht auf den Fußballen, Ferse nach oben ziehn – kein Problem.

„So, jetzt auf dem anderen Bein!“

Okay. Gewicht auf den Fußballen, Ferse hochz…   Es geht nicht!

Meine Ferse bewegt sich keinen Millimeter nach oben. Ein Schock!

Warum denn jetzt das?

Also nochmal. Leicht in die Knie gehen, nach oben abstoßen. Mit viel Aufwand ein ganz klein wenig vom Boden abgehoben. Aber Drehen auf dem Fußballen? Gar nicht dran zu denken. Ende der „Tangokarriere“! Wie hab ich es all die Jahre überhaupt geschafft, mich über die Tanzfläche zu bewegen?

Ganz einfach. Ich hatte überhaupt nicht mitbekommen, dass es da etwas gab, was ich nicht konnte.

Klar, ich wurde und werde immer wieder von Freunden und Bekannten und überhaupt allen möglichen Leuten gefragt: „Sag mal, was ist denn mit Deinem Bein?“, „Aber Du hinkst ja!?“, „Haben Sie eigentlich starke Schmerzen?“…

Aber mir persönlich war dieses Hinken, Schutzhaltung für mein Bein, schon so zur zweiten Natur geworden, dass ich es überhaupt nicht mehr bemerkte, und Schmerzen hatte ich so gut wie nie.

Beim Tango tanzen sah/sieht man das Hinken überhaupt nicht. Deshalb war es weder mir noch jemand anderem aufgefallen.

Und ich vermied, ohne dass mir das richtig bewusst geworden wäre, alle Bewegungsabläufe, bei denen ich auf dem linken Fußballen drehen musste. Für normales Tanzen in der Milonga offenbar ohne weiteres ausreichend.

Aber jetzt, da es mir klar geworden war, war es zum Problem geworden. Ich wollte diese Beeinträchtigung nicht. Also ab zum Arzt.

Nach einer Reihe von Untersuchungen, das ganze Programm, wusste ich, dass ein Bandscheibenvorfall, den ich mir Ende der 90ger Jahre beim Bäume pflanzen zugezogen hatte, die Nerven so beschädigt hatte, dass die Muskeln in den Fußsohlen stark geschwächt waren. Schwierig, weil die, laut Arzt, nur schwer wieder zu trainieren sind.

Ich trainierte trotzdem, und heute kann ich, wenn auch mit Mühe und leider überhaupt nicht elegant, wieder einigermaßen auf dem Ballen drehen.

Das Hinken ist mir geblieben. Allerdings sieht man es nicht, wenn ich Tango tanze.

Wahrscheinlich denken die anderen Tänzer, es wäre Arrastrando.

 

Wobei können uns Figuren helfen?

Wobei können uns Figuren helfen?

Tango tanzen. Wobei können uns Figuren helfen?

Tango tanzen. Wobei können uns Figuren helfen?

Wenn Ihr öfter in meinen Blog schaut, ist Euch sicher aufgefallen, dass ich sehr deutlich davon abrate, Tango Argentino als Tanz zu sehen, bei dem Ihr viele Figuren tanzen müsst.

Es könnte der Eindruck entstehen, dass ich grundsätzlich etwas gegen Figuren hätte. Aber das ist nicht der Fall.

Auch wenn in meinen Augen Figuren nicht das Wichtigste beim Tango sind, können sie uns sogar helfen.

Dazu sollten wir uns vielleicht zunächst die Frage stellen, was ist eigentlich eine „Figur“ beim Tanzen? Wie definiere ich „Figur“.

Für mich ist das klar. Eine Figur ist ein vorher festgelegtes choreographisches Element, eine Schrittfolge etwa, die Mann oder Frau auswendig gelernt hat, und dann auf der Tanzfläche nachvollziehen kann.

Nichts dagegen einzuwenden. Ich liebe Tanzstücke mit schönen / interessanten /pfiffigen /außergewöhnlichen Choreographien.

Und natürlich kann es Spaß machen, etwas Neues auszuprobieren, neue Bewegungsmöglichkeiten kennenzulernen, auszuprobieren und in seinen eigenen Tanz einzubauen, sofern sie mit der Musik übereinstimmen, und nicht Harmonie und Tanzfluss stören.

Aber wobei können sie uns helfen?

Auf der Tanzfläche einer Milonga ist es doch eher hinderlich, wenn man versucht mit festgelegten Schrittfolgen zu tanzen?

 

Warum?

Die Ronda, die Runde aller Tänzer, ist beständig im Fluss und es ist fast nie möglich auswendig gelernte Figuren zu Ende zu tanzen ohne mit den anderen Tänzern in Konflikt zu kommen.

Da taugen Figuren also nicht.

Figuren können uns aber helfen, wichtige Dinge, wie gute Haltung, Kontakt zu Partner oder Partnerin, die korrekte Positionierung auf der Tanzfläche oder das richtige Timing mit der Musik zu überprüfen und Fehler dabei zu verbessern.

Die meisten Figuren funktionieren nämlich gar nicht oder nur schlecht, wenn diese Dinge nicht stimmen.

Mit dem eigenen Tanzpartner, der die gleichen Figuren auswendig gelernt hat, kann man sie vielleicht irgendwie hinbringen aber meistens merkt man doch, dass es irgendwo hakt. Mit einem anderen Tanzpartner kommt man dagegen sehr schnell an seine Grenzen.

 

Wenn Ihr also feststellt, dass eine Figur nicht richtig funktioniert, überprüft Folgendes.

Eure Haltung: Steht Ihr aufrecht, in Eurer Achse, oder krumm, verdreht, nach vorne oder hinten gebeugt?

Gebt Ihr Eure aufrechte Haltung auf und verkrampft, weil die neue/komplizierte Figur Euch stresst?

Blockiert Ihr Euren Partner, weil Ihr Euch an ihn hängt, klammert oder in einem Schraubstock festhaltet, der keine Bewegung zulässt?

Kontakt zum Partner: Habt Ihr immer Kontakt zu Eurem Partner, seid Ihr ihm/ihr zugewandt, oder dreht Ihr Euch weg, verliert den Kontakt und damit die Möglichkeit gemeinsam zu tanzen?

Steve Morrall, einer unserer Freunde und ein ausgezeichneter Tangolehrer hat es einmal sehr schön auf Deutsch mit breitem englischen Akzent formuliert.

Auf der Stirn jedes Tänzers steht. „Blaiiib baiii miaa“

Habt Ihr eine angenehme, entspannte Umarmung, in der keiner den Arm des Partners wegdrückt oder verdreht (letzteres ein Fehler, den hauptsächlich die Männer machen).

Positionierung auf der Tanzfläche: Da wir alle in der Ronda mit allen anderen Tänzern tanzen, müssen wir, und das gilt jetzt natürlich für alle „Führenden“, immer die Kontrolle darüber haben, wohin wir uns auf der Tanzfläche bewegen.

Wenn wir beim Ausführen einer Figur immer wieder in der Mitte landen, oder schlimmer noch gegen die Tanzrichtung, ist das ein klares Signal dafür, dass wir etwas falsch machen.

Timing: Tanzt Ihr die Bewegungen der Figur zum richtigen Zeitpunkt, in der richtigen Reihenfolge? Gerade wenn eine Figur noch neu ist und Schwierigkeiten macht, neigt man dazu hektisch zu werden und zu schnell zu tanzen.

Umgekehrt kann es natürlich auch passieren, dass Ihr zu langsam tanzt, aber das ist meistens das geringere Problem.

Figuren können also ein guter Indikator dafür sein, Fehler bei den Grundlagen unseres Tanzes zu entdecken und zu verbessern. Das hilft uns auch, wenn wir keine oder wenig Figuren tanzen.

Also, – wenn eine „Figur“ nicht funktioniert, überlegt, was an Eurer Basis nicht funktioniert und Ihr werdet zum einen diese Figur besser tanzen, zum anderen aber, und das ist viel wichtiger, überhaupt bessere Tangotänzer werden.

 

Hilfreich ist sicher auch, wenn Ihr Euch einen Tangolehrer aussucht, der genau erklären kann, WARUM eine Figur, eine Sequenz, ein Bewegungsablauf funktioniert, nicht nur welche Schritte man auswendig machen muss.

Ihr wollt schön Tango tanzen? Konzentriert euch auf die Musik

Ihr wollt schön Tango tanzen? Konzentriert euch auf die Musik

 

Ihr wollt schön Tango tanzen? Konzentriert euch auf die Musik

Ihr wollt schön Tango tanzen? Konzentriert euch auf die Musik

Wenn Ihr Tango tanzt, konzentriert Euch nicht darauf, Unmengen von Schrittfolgen oder Figuren auswendig zu lernen.

Konzentriert euch auf die Musik.

 

Wenn ihr lernt der Musik zuzuhören, sagt Euch die nämlich, wie ihr schön und angenehm tanzen könnt. Wirklich, das funktioniert.

Ich weiß, dass viele Menschen das für zu schwer halten, und glauben, dass sie das nie lernen können. Aber das stimmt nicht.

Musik richtig zu hören kann man genauso lernen, wie seine Füße in eine bestimmte Richtung zu bewegen. Man muss halt, wie bei allen anderen Dingen die man noch nicht kann, etwas üben.

In diesem Fall heißt das: Zuhören!

Wenn Ihr Euch Tangostücke aufmerksam und bewusst anhört, erkennt Ihr beispielsweise bald, dass fast jedes Stück ein Intro hat, einige Takte in denen das Orchester Euch Zeit gibt. Zeit Euch in die Musik einzuhören, Euren Tanzpartner zu spüren, Euch auf den Tanz vorzubereiten.

Das ist oft die Zeit in der die Geigen und die Melodie im Vordergrund stehen.

Rennt also nicht gleich los, sondern nutzt diese Zeit. Niemand treibt Euch.

Nach ein paar Takten wird dann der Rhythmus betonter. Oft setzen nun Bass und Bandoneon ein. „Jetzt geht es los“, sagt Euch das Orchester damit. Und das solltet Ihr wörtlich nehmen.

Denkt nicht daran, welche Figuren Ihr machen wollt, sondern geht einfach.

Natürlich habt Ihr vorher, während des Intros, Kontakt zu Eurem Tanzpartner hergestellt und seid bereit, den ersten Schritt gemeinsam zu tun..

 

Für die Herren gilt jetzt:

Ihr habt Eure Dame auf ein Bein gestellt und wisst genau auf welches.

Ihr geht nämlich immer auf das freie Bein der Dame zu, niemals auf ihr Standbein.

 

Für die Damen gilt:

Geht jetzt nicht von selber los! Wartet auf das, zu was der Herr Euch einlädt. Denkt nicht, das Ihr irgendwelche „Figuren“ machen müsst.

 

So, aber bevor Ihr jetzt loslegt, noch etwas das Ihr unbedingt wissen müsst:

tangossindinphrasenaufgebautstellteuchdasvorwiesätzemitpunktundkommadieihrvorlesenmüsst

Nicht verstanden?

Also gut. Hier noch einmal.

„Tangos sind in Phrasen aufgebaut.

Stellt Euch das vor, wie Sätze mit Punkt und Komma, die Ihr vorlesen müsst.“

Besser zu verstehen und leichter zu lesen, oder?

Wenn Ihr Tango tanzt, solltet Ihr die Phrasen die das Orchester spielt, respektieren, also gewissermaßen mit Punkt und Komma tanzen.

Normalerweise besteht jede Phrase aus 8 Taktschlägen.

Der wichtigste dieser Taktschläge ist normalerweise der Erste, auf den Ihr auch Euren ersten, betonten, Schritt tanzen solltet.

Der letzte Taktschlag jeder Phrase ist normalerweise der ruhigste, – ein bisschen wie ein Atemholen bevor der erste, starke Schlag der nächsten Phrase beginnt.

Mit ein wenig Übung, – und das heißt, immer wieder Tangomusik hören, lernt Ihr schnell, die Phrasen zu erkennen.

Hilfreich dabei ist, dass sich mit jeder neuen Phrase, etwas ändert.

Ein neues Musikinstrument kommt dazu oder tritt in den Vordergrund.

Der Charakter der Musik ändert sich, weil der Rhythmus durch Bass oder Bandoneons betont wird, und beispielsweise Geigen und Klavier in den Hintergrund treten oder umgekehrt.

Wird der Rhythmus betont, ist normalerweise der richtige Moment um dynamisch zu gehen.

Wenn die Melodie betont wird (Die Geigen schluchzen, das Piano oder auch ein Bandoneon spielt ein Solo), ist es normalerweise Zeit um etwas langsamer zu werden.

Ich sage „normalerweise“, weil Ihr natürlich auch bewusst anders tanzen könnt. – Zum Beispiel gaaanz langsam obwohl der Rhythmus sehr schnell ist. Ein Beispiel dafür findet Ihr hier. Chicho Frumboli und Lucia Macer tanzen La Cumparsita

Eine neue Phrase beginnt übrigens auch, wenn der Sänger anfängt oder aufhört zu singen.

Ihr seht also, die Musik, das Tangoorchester, gibt Euch immer wieder Hilfestellung, sagt Euch, wann Ihr schneller oder langsamer tanzen oder wann Ihr Pause machen sollt.

Und das Beste, Ihr könnt relativ schnell lernen, mit der Musik, mit dem Orchester zu tanzen, wenn Ihr Euch darauf konzentriert und nicht auf unnütze Figuren und Schrittfolgen.

Einfache Schritte aber im Einklang mit der Musik. – Eines der Geheimnisse des wirklich guten Tangotänzers…

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Ich mag Tango nicht zuletzt auch, weil ich damit einen gewissen Stil verbinde. Das Heraufbeschwören einer Zeit, die sicher nicht besser, aber aus meiner Sicht deutlich eleganter war.

Eleganter vielleicht nicht überall wo auf den Straßen und Hinterhöfen getanzt wurde aber sicher in den Milongas der „Goldenen Zeit“ des Tango.

Damals war es undenkbar, schlecht oder nachlässig gekleidet zum Tanzen zu gehen.

 

Und das galt ausdrücklich nicht nur für die Frauen.

 

Bei dem eklatanten Männerüberschuss jener Zeit hatte ein Mann, der nicht gepflegt war und nicht über ein Minimum an guten Manieren verfügte, wenig Chancen jemals mit einer Frau zu tanzen.

Heute hat sich das gewandelt. Es gibt meistens mehr Frauen als Männer auf den Milongas und der Druck für die Männer einen gewissen Stil aufrecht zu halten, ist deutlich gesunken.

Das ist bedauerlich. Denn wie gesagt, der Tango lebt in meinen Augen davon, dass er einen gewissen Stil bewahrt.

Das sehen übrigens auch die meisten Damen so.

Aus Gesprächen mit vielen Tangotänzerinnen weiß ich, dass diese es auch heute sehr zu schätzen wissen, wenn die Herren ein Minimum an Stil haben.

Das muss nicht altmodisch sein. Wer beispielsweise die oft freakig – kreativen Outfits von „Chicho“ Frumboli kennt, weiß, dass Stil durchaus nicht altbacken sein muss.

Ausgebeulte Military-Hosen in Verbindung mit schon deutlich abgenutztem Schlabber T-Shirt und aus dem Hosenbund hängendem, schweißgetränktem Handtuch zeugen dagegen vielleicht von einer eigenen Note, aber nicht von einem Übermaß an Stilbewusstsein.

 

Stil bedeutet für mich aber nicht nur ein halbwegs gepflegtes Äußeres, sondern auch das Wissen, und die Einhaltung der Codes einer Milonga.

Das bedeutet nicht, dass wir ohne weiteres alles übernehmen müssen, was vor hundert Jahren galt. Aber viele der traditionellen Milongaregeln tragen eben dazu bei, dass das Zusammensein auf den Milongas respektvoller, freundlicher, für alle angenehmer und so banal es klingen mag, ein schöneres Erlebnis ist.

Ein Erlebnis, dass ich mir jedesmal wünsche, wenn ich auf eine Milonga oder einen Tango Ball gehe.

Und? – Was meint Ihr dazu?

 

 

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