Sag mal , was ist denn mit Deinem Bein?

Sag mal , was ist denn mit Deinem Bein?

„Bringt Euer Gewicht auf den rechten Fußballen.“ Sagte unser Tangolehrer.

Gewicht auf den Fußballen, Ferse nach oben ziehn – kein Problem.

„So, jetzt auf dem anderen Bein!“

Okay. Gewicht auf den Fußballen, Ferse hochz…   Es geht nicht!

Meine Ferse bewegt sich keinen Millimeter nach oben. Ein Schock!

Warum denn jetzt das?

Also nochmal. Leicht in die Knie gehen, nach oben abstoßen. Mit viel Aufwand ein ganz klein wenig vom Boden abgehoben. Aber Drehen auf dem Fußballen? Gar nicht dran zu denken. Ende der „Tangokarriere“! Wie hab ich es all die Jahre überhaupt geschafft, mich über die Tanzfläche zu bewegen?

Ganz einfach. Ich hatte überhaupt nicht mitbekommen, dass es da etwas gab, was ich nicht konnte.

Klar, ich wurde und werde immer wieder von Freunden und Bekannten und überhaupt allen möglichen Leuten gefragt: „Sag mal, was ist denn mit Deinem Bein?“, „Aber Du hinkst ja!?“, „Haben Sie eigentlich starke Schmerzen?“…

Aber mir persönlich war dieses Hinken, Schutzhaltung für mein Bein, schon so zur zweiten Natur geworden, dass ich es überhaupt nicht mehr bemerkte, und Schmerzen hatte ich so gut wie nie.

Beim Tango tanzen sah/sieht man das Hinken überhaupt nicht. Deshalb war es weder mir noch jemand anderem aufgefallen.

Und ich vermied, ohne dass mir das richtig bewusst geworden wäre, alle Bewegungsabläufe, bei denen ich auf dem linken Fußballen drehen musste. Für normales Tanzen in der Milonga offenbar ohne weiteres ausreichend.

Aber jetzt, da es mir klar geworden war, war es zum Problem geworden. Ich wollte diese Beeinträchtigung nicht. Also ab zum Arzt.

Nach einer Reihe von Untersuchungen, das ganze Programm, wusste ich, dass ein Bandscheibenvorfall, den ich mir Ende der 90ger Jahre beim Bäume pflanzen zugezogen hatte, die Nerven so beschädigt hatte, dass die Muskeln in den Fußsohlen stark geschwächt waren. Schwierig, weil die, laut Arzt, nur schwer wieder zu trainieren sind.

Ich trainierte trotzdem, und heute kann ich, wenn auch mit Mühe und leider überhaupt nicht elegant, wieder einigermaßen auf dem Ballen drehen.

Das Hinken ist mir geblieben. Allerdings sieht man es nicht, wenn ich Tango tanze.

Wahrscheinlich denken die anderen Tänzer, es wäre Arrastrando.

 

Tangovideo. Chicho Frumboli und Lucia Macer tanzen La Cumparsita. Die wahrscheinlich beste Interpretation des wohl berühmtesten Tangos.

Tangovideo. Chicho Frumboli und Lucia Macer tanzen La Cumparsita. Die wahrscheinlich beste Interpretation des wohl berühmtesten Tangos.

Vor ein paar Tagen schickte mir eine gute Tangofreundin aus München den Link zum Tangovideo mit Chicho und Lucia.

Ich kannte das Video schon und dachte, dass ich hier im Tangokurs Blog schon einen Post dazu gemacht hätte. Aber zu meinem Erstaunen fand ich – nichts. Warum ich über dieses Video nichts geschrieben habe, obwohl ich das schon seit Langem vorhatte, weiß ich auch nicht, aber das hole ich jetzt nach.

Chicho ist wohl einer der musikalischsten Tänzer die es gibt, und seine Art mit der Musik zu spielen ist für mich immer wieder Vorbild und Ansporn. Was er und Lucia aus der „Cumparsita“, dem Karnevalsmarsch, machen, muss jeder Tangotänzer gesehen haben.

Erfahrt mehr über die Entstehungsgeschichte von „La Cumparsita“. klckt hier

Über Musikalität im Tango „Wer hat Angst vor der Musik?“ klickt hier

Auf der Suche nach dem magischen Moment. Tangokurs für fortgeschrittene Anfänger und alle die ihre Basiskenntnisse auffrischen und endlich stressfrei tanzen wollen. 25. April bis 2. Mai 2015

„Auf der Suche nach dem magischen Moment“ Tangokurs für fortgeschrittene Anfänger und alle die ihre Basiskenntnisse auffrischen und endlich stressfrei tanzen wollen. 25. April bis 2. Mai 2015

Neu! Tango Kurs für Mittelstufe mit Wolfgang Sandt, Juni 2015

Auf der Suche nach dem magischen Moment, 25. April bis 2. Mai 2015, Tango Kurs für Mittelstufe mit Wolfgang Sandt und Annette

Jetzt anmelden bevor die letzten Plätze vergeben sind

„Das Unterrichtskonzept mit seinem Akzent aufs Wesentliche (Energie, Gehen, Haltung, Ruhe bewahren im Stau …) fand ich super, etwas, woran man sich halten kann. Auch den Stil und die Organisation unserer Gastgeber fand ich hervorragend, von der kleinen Ansprache zum Abendessen bis zu den Musikempfehlungen der letzten Mail. Dafür vielen Dank, Annette und Wolfgang.“
Siegfried B. aus Kaltental über den Tangokurs „Magic Moments“ mit Wolfgang und Annette, Juni 2014

Tangotanzen bedeutet nicht, möglichst viele Figuren einzupauken, sondern gemeinsam den Tanz zu geniessen. Wenn Ihr das erreicht – und es ist viel leichter als die meisten denken – wird der Tango magisch, alle sind entspannt und auf dem Gesicht der Dame erscheint dieses verträumte, glückliche Lächeln, das zeigt, dass der Herr alles richtig gemacht hat.

Für wen ist dieser Kurs?
Ihr tanzt schon eine Weile, habt vielleicht schon einen oder mehrere Kurse gemacht und geht auch zu Übungsabenden, Milongas und Tangobällen. Eigentlich macht Euch Tangotanzen Spaß, aber ab und zu geht es Euch ungefähr so:

  • Ihr tanzt gerne Tango, aber Ihr findet auch, dass es für Euch manchmal noch ziemlich anstrengend ist.
  • Ihr verkrampft Euch leicht und habt Schmerzen im Rücken oder in den Armen, wenn Ihr längere Zeit tanzt
  • Ihr könnt nicht richtig tanzen, weil Eure Tanzpartnerin wie eine Klette an Euch hängt
  • Euer rechter Arm schmerzt, weil Euer Tanzpartner dauernd mit seinem linken Arm heftig drückt
  • Ihr glaubt, dass Ihr viele „Figuren“ tanzen müsst um „richtige“ Tangotänzer zu sein.
  • Ihr ärgert Euch, weil die anderen Paare Euch „immer“ blockieren

Dann ist „Auf der Suche nach dem magischen Moment“, Tango tanzen ohne Stress, genau richtig für Euch !

Wir zeigen Euch in diesem Kurs:

  • wie Ihr auf einfache Weise genussvoll tanzt
  • wie Ihr auch auf der vollen Tanzfläche noch ohne Stress tanzen könnt
  • wie Ihr locker bleibt, auch wenn die Tänzer vor Euch zu den „Pisten-Pollern“ gehören und Euch permanent blockieren
  • wie Ihr „Figuren“, die Euch noch nicht so gut gelingen, besser verstehen und deswegen lockerer tanzen könnt
  • wie Ihr den Weg des geringsten Widerstands für Euch nutzt
  • wie Ihr noch entspannter tanzen könnt
  • wie Ihr Euch beim Tanzen noch besser mit Eurem Partner/ Eurer Partnerin versteht;
  • wie ihr nicht mehr allen möglichen (und unmöglichen) „Figuren“ hinterherlauft sondern Euch auf die Suche nach dem „Magischen Moment“ begebt.

 

Lest hier, was unsere Gäste über die Tangokurse in La Rogaia sagen.

 

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Tangokurse und Tangourlaub 2015, Weihnachtsaktion für „Ärzte ohne Grenzen“ verlängert

Tangokurse und Tangourlaub 2015, La Rogaia Weihnachtsaktion für „Ärzte ohne Grenzen“ verlängert

Da viele von Euch uns geschrieben haben, dass sie im Winterurlaub waren und nicht rechtzeitig zum Ende der Weihnachtsaktion einen Tangourlaub in La Rogaia buchen konnten, haben wir uns entschieden, die Weihnachtsaktion für „Ärzte ohne Grenzen“ bis zum 31. 1. 2015 zu verlängern.

Das heißt, wenn Ihr noch bis zum 31. Januar  2015 euren Tangourlaub in der Villa La Rogaia bucht, gehen 5% des Buchungsbetrages an „Ärzte ohne Grenzen“

Das ganze kostet Euch keinen Cent extra, aber Ihr müsst Euch natürlich jetzt entscheiden.

Also, wenn Ihr einen Tangokurs mit einem erholsamen Urlaub in Umbrien verbinden und damit noch etwas Gutes tun wollt, bucht bis zum 31. Januar  2015 Euren Urlaub in La Rogaia.

Meine Tango-Musikempfehlungen

Immer wieder werde ich von meinen Kursteilnehmern gefragt, welche Tango-CDs gut zum Üben sind.

Daher habe ich eine kleine Sammlung zusammengestellt mit unseren „Klassikern“, die wir selbst gerne hören und die wir oft bei unseren Kursen und bei den Tanzabenden in La Rogaia auflegen.

Mit den folgenden Tango Orchestern habt Ihr einen guten Grundstock an Tangomusik zum Üben.

Natürlich gibt es noch viel mehr zu entdecken,  aber da könnt Ihr Euch ja im Lauf der Zeit durcharbeiten.

Carlos di Sarli: Sehr elegant, klarer Rythmus aber auch längere Melodiepassagen ( -da schluchzen die Geigen), Betonung meist auf dem ersten und  dritten Schlag, nicht zu schnell, ideal für das Tanzen mit Pausen und Verzierungen mit dem Spielbein

Carlos Di Sarli: Las Grandes Orquestas Del Tango 2 CDs

 Juan d´Arienzo : „El rey del compas“ (Der König des Rythmus), klarer, schneller, durchgängiger Rythmus, jeder Schlag wird fast gleichermaßen betont, ideal für das Tanzen mit dem Standbein und das Spielen mit dem Rythmus (Verdoppeln)

Juan D´Arienzo 40 Grandes Exitos

Juan D´Arienzo King of Rhythm

Anibal Troilo: Wohl der bekannteste Bandoneonspieler im Tango. Sein Bandoneon vererbte er an seinen Freund Astor Piazzola, den Begründer des Tango Nuevo.

Anibal Troilo: Grandes Exitos 2 CDs

Anibal Troilo: Amor y Tango

Osvaldo Pugliese; Der Dramatiker unter den Orchesterleitern, sehr klarer aber nicht zu schneller Rythmus, deutliche Pausen, ausgeprägter Unterschied zwischen vorwärtstreibenden und ruhigen Passagen, gilt als nicht ganz einfach zu tanzen sagt einem aber sehr deutlich was man tun soll, wenn man sich einmal eingehört hat, sehr schön für das Gehen im Kreuzsystem

Osvaldo Pugliese 40 Grandes Exitos 2 CD

 

Francisco Canaro: Sehr gut tanzbar, klarer Rythmus, mittelschnell

Francisco Canaro 40 Grandes Exitos 2 CDs

Francisco Canaro Bailando Tangos, Valses y Milongas

Francisco Canaro Valsecito Amigo

Francisco Canaro Milongueando con Canaro (ziemlich flott)

 

Alfredo de Angelis: Sehr gut tanzbar, klarer Rythmus, mittelschnell

Alfredo di Angelis: Adios Marinero

 

 Weitere Orchester, überwiegend Tango:

Angel D´Agostino: Yo soy de Parque Patricios

Angel Vargas: El Ruisenor del Tango

Elvino Vardaro: El Violin Mayor del Tango

Osvaldo Fresedo 40 Grandes Exitos 2 CDs

Miguel Calo EN FM Tango

Rodolfo Biagi, Grandes del Tango

 

Überwiegend oder nur Valses und Milongas

Enrique Rodriguez Tangos, Valses Y Milongas

Valcesitos de Antes, Walzer (verschiedene Orchester)

Milongas..Pa’Sacarle Viruta (verschiedene Orchester)

 

So, und jetzt wünsch ich Euch viel Spaß beim Tango tanzen… :-)

Anfängerglück, Geschichten aus dem Tangokurs

Anfängerglück, Geschichten aus dem Tangokurs

Hier ein paar Gedanken eines Kursteilnehmers. Ähnlichkeiten mit anderen lebenden Personen sind erfahrungsgemäß vorhanden. Vielleicht erkennt sich ja auch der eine oder andere von Euch wieder.

So hab ich mir das nicht vorgestellt!

Tango, das war für mich immer Vor-Vor-Wie-Ge- Schritt-Rück-Seit-Schluss. Den Rhythmus hab ich nie kapiert und bei Hochzeiten und anderen unvermeidlichen Feiern stehe ich immer da wie ein Holzklotz. Meine Frau versucht dann zu führen. Meist vergeblich. Es ist jedesmal fürchterlich peinlich.

Und jetzt stehe ich da, soll mich auf meine Achse konzentrieren, darauf achten, wo mein Gewicht ist, mit meiner Frau und Tanzpartnerin einen Dialog führen.

Sie ist überhaupt schuld daran, dass wir hier sind. Hat mir den Tangokurs zum Geburtstag geschenkt. Was bleibt einem da anderes übrig.

Tatsache ist: Ich tanze gern. Ich habe nur keine Begabung dafür.

Am Anfang der Stunde haben unsere Tanzlehrer uns im Kreis herumgehen lassen, allein, ohne Partner und haben den Takt mitgeklatscht. Ich muss zugeben, das hat funktioniert. Ist ja auch einfach genug. Gehen!

Jetzt stehen wir also voreinander. Ich verlagere mein Gewicht von einem Fuß auf den anderen, behutsam aber so deutlich, dass meine Frau es merkt.

Das ist neu – für uns beide. Keinen Grundschritt auswendig lernen, sondern spüren was der Partner macht, leise Signale geben und empfangen. Jetzt mache ich einen noch zögerlichen Schritt nach vorne, richtig auf den Takt, den unsere Tangolehrer immer noch mitklatschen.

Meine Frau macht den Schritt mit. Ich steige ihr nicht auf die Füße, ein Erfolgserlebnis. Jetzt noch ein Schritt und noch einer. Wieso klappt das auf einmal?

„Bitte gerade stehen! Nicht nach vorn beugen, sonst fühlen die Damen Euren Impuls nicht.“ Unsere Tanzlehrerin sagt es für alle, aber ich weiß, dass sie mich meint. – Oder?

Überhaupt, „Führen“ gibt es hier nicht. Wir sollen die Damen einladen, verführen. Sie sollen fühlen, was wir ihnen vorschlagen Und das während des ganzen Tanzes. Eine echte Herausforderung.

Ich merke, dass das Ganze anfängt mir Spaß zu machen. Ich muss mich nicht auf Schrittfolgen konzentrieren, nichts auswendig lernen. Auch meiner Frau scheint es zu gefallen. Immerhin zischt sie mir keine Anweisungen zu.

Hoppla, nun sind wir doch zusammengerumpelt. Einen Moment lang nicht aufgepasst. Wir schauen uns verdutzt an und dann müssen wir beide lachen. Ich merke schon, da gibt es noch viel zu tun. Aber ein Anfang ist gemacht.

Wenn Ihr auch Tango tanzen lernen wollt, und einen wirklich guten Anfängerkurs sucht, klickt hier

Tangovideo: Joseba Pagola und Bakartxo Arabaolaza tanzen den Vals „Idilio Trunco“ von Alberto Castillo

Joseba und Bakartxo gehören zu meinen Lieblingstänzern und Tangolehrern. Hier tanzen sie den Vals „Idilio Trunco“ von Alberto Castillo

 

Und hier noch eine Zugabe: „Sueno Azul“ von Osvaldo Fresedo.

Was ich bei den Beiden am meisten mag, sind ihre pfiffige, entspannte Art zu tanzen und ihr feiner Humor beim Unterricht in ihren Tangoworkshops.

„Und dann sind wir frustriert sitzen geblieben“ – Die 5 größten Fehler, die Ihr bei einem Tangoanfängerkurs machen könnt, und wie Ihr diese vermeidet.

„Und dann sind wir frustriert sitzen geblieben“ – Die 5 größten Fehler, die Ihr bei einem Tangoanfängerkurs machen könnt, und wie Ihr diese vermeidet.

„Und dann sind wir frustriert sitzen geblieben“ Das höre ich viel zu oft von Tangoanfängern, die leidvoll feststellen mussten, dass das, was sie in ihrem Anfängerkurs gelernt haben, ihnen im wahren Leben auf der Tanzfläche überhaupt nicht weiterhilft.

Deshalb an dieser Stelle eine kleine Hilfestellung bei der Auswahl eines Kurses, gerade wenn Ihr noch am Anfang Eurer Tango Laufbahn steht.

Wollt Ihr 2015 eine Tangoreise machen? Villa La Rogaia bietet auch 2015 den passenden Tangokurs für Euch

Wollt Ihr 2015 eine Tangoreise machen? Villa La Rogaia bietet auch 2015 den passenden Tangokurs für Euch

Ihr sucht einen Tango Anfängerkurs? Dann solltet Ihr die Frage stellen, aus welchem Grund Ihr das tut. Wozu wollt Ihr Tango lernen?

Hier einige Antworten:

  1. Ihr liebt Tangomusik und wollt gerne auch in netter Gesellschaft dazu tanzen.
  2. Ihr seid auf der Suche nach einem Partner und wollt Männer/ Frauen kennen lernen (Gute Idee, Tango eignet sich bestens dafür.)
  3. Euer Mann/ Freund würde gern mit Euch Tango tanzen lernen.
  4. Eure Frau/ Freundin würde gern mit Euch Tango tanzen lernen.
  5. Ihr wollt gerne Profitänzer/In werden und auf die Bühne einer Tangoshow.

 

Mal ganz ehrlich: Punkt 5 ist bei den wenigsten Tangotänzern, die ich bisher kennen gelernt habe, die Motivation um argentinischen Tango tanzen zu lernen.

Bleiben noch Punkt 1 bis 4, meiner Erfahrung nach die mit Abstand häufigsten.

Und das heißt, Ihr wollt vor allem Spaß haben und Euch nicht stressen.

Das Gute dabei ist, dass dies beim Tango Argentino ohne weiteres möglich ist, wenn Ihr die größten und leider weit verbreiteten Fehler vermeidet, die Ihr bei einem Anfängerkurs (und bis weit in die Mittelstufe hinein) machen könnt.

Fehler Nummer 1: Ihr glaubt, dass Ihr gute Tangotänzer seid, wenn Ihr viele Figuren und Schrittfolgen auswendig kennt und diese jederzeit, koste es was es wolle, abspulen könnt.

Ein Fehler den ich selber gemacht habe, als ich anfing Tango zu tanzen.

Meine ersten Tangolehrer fragten uns während der Kurse durchaus immer wieder, ob wir noch an unserer Haltung oder Musikalität arbeiten oder lieber eine neue Figur lernen wollten. Dumm wie wir damals waren, schrie dann aber fast immer die ganze Gruppe im Chor „Neue Figur!!!“

Und unsere Lehrer, die gerade angefangen hatten zu unterrichten und vielleicht noch etwas unsicher waren, zeigten uns dann noch mehr neue Figuren. Das konnten sie auch gut. Ich lernte eine Menge Figuren.

Das Dumme daran war, dass ich sie auf keiner Milonga tanzen konnte, weil ich so gut wie nie Platz dafür hatte.

Also, wenn Eure Tangolehrer mit Euch an den wichtigen Grundlagen, wie Haltung, Kontakt im Paar und Musikalität arbeiten wollen, seid ihnen dankbar dafür. Es zeigt nämlich, dass sie verstanden haben, worum es beim Tango wirklich geht.

Freut Euch, dass sie nicht zu denen gehören, die vom Tango nicht viel Ahnung haben und nichts Besseres wissen, als nur Figuren und Schrittfolgen einzupauken.

Fehler Nummer 2: Ihr glaubt, dass Tango tanzen anstrengend und harte Arbeit sein muss.

Ja, Tango tanzen kann anstrengend sein, wenn Ihr Euch das Tango tanzen schwer macht. Aber niemand zwingt Euch dazu.

Ihr könnt Euch das Leben leicht machen und Tango ganz einfach und entspannt tanzen. Das habt ganz allein Ihr selber in der Hand, bei der Wahl Eurer Tangolehrer und bei der Art und Weise wie Ihr tanzt.

Also tut Euch und allen mit denen Ihr tanzt, einen großen Gefallen und fallt nicht in die Figurenfalle.

Fehler Nummer 3: Ihr glaubt, dass Tangomusik schwer zu verstehen sei und Ihr als Europäer Tangomusik ohnehin nicht richtig hören könnt. Und viele argentinische Tangolehrer glauben letzteres leider auch.

Es stimmt wohl, dass kaum einer von Euch in der Goldenen Ära des Tango Tangomusik bereits mit der Muttermilch aufgesogen hat.

Aber die meisten heute lebenden Argentinier haben das auch nicht. Trotzdem gehen viele in Europa davon aus, das DIE den Tango im Blut haben müssen. Warum? Weiß ich nicht…

Aber eines weiß ich. Fast jeder kann lernen, Tangomusik zu hören und zumindest so weit zu verstehen, dass man/frau schön darauf tanzen kann. Und es ist gar nicht so schwer!

Man muss sich nur ein wenig Zeit nehmen um zuzuhören. Und natürlich braucht Ihr einen Tangolehrer, der Euch immer wieder nahe legt, das auch zu tun.

Fehler Nummer 4: Ihr haltet Euch für einen Einzelkämpfer im Dschungel der Tanzfläche: „Ich gegen die anderen.“ oder auch „Mein Partner/meine Partnerin und ich gegen die anderen.“

Am Anfang meiner Tangotänzerlaufbahn hatte ich immer wieder das Problem, dass ich meine auswendig gelernten Figuren nie zu Ende tanzen konnte, weil jemand im Weg stand. – Irgend so ein Pistenrowdy, der mir einfach frech in den Weg tanzte und mich blockierte. Klar, dass ich auf DEN auch keine Rücksicht mehr nahm.

Ich war natürlich NIE daran schuld. Ich versuchte nur, meine im Kurs gelernten Figuren zu tanzen.

Aber ich hatte natürlich in meinem Anfängerkurs auch nie gelernt, was man macht, wenn es auf der Tanzfläche mal ein bisschen voller wird.

Klar, unsere Tangolehrer hatten uns schon einige Verhaltensregeln für die Milonga mitgegeben.

Etwas, was offenbar nicht selbstverständlich ist. In vielen Tanzschulen scheinen die Lehrer von diesen Verhaltensregeln nichts zu wissen oder diese für überflüssig zu halten, wie ich zu meinem Erstaunen immer wieder höre.

Aber wir hatten nie geübt, wie man auf einer vollen Tanzfläche in Harmonie mit allen anderen Paaren tanzt. Wir waren viel zu sehr damit beschäftigt, immer schwierigere Figuren zu lernen, die wir mehr schlecht als recht beherrschten.

Vom Konzept der Ronda, der Runde aller Tänzer, dem harmonischen Miteinander auf der Tanzfläche, hatten wir überhaupt nichts gehört. In den Anfängen der Tango Argentino Renaissance Mitte der Neunziger Jahre in Deutschland wusste niemand um solche Feinheiten.

Leider gibt es aber auch heute noch etliche Tanzschulen, die davon nichts wissen, ihren Schülern deshalb nichts davon erzählen und damit dazu beitragen, dass ihr Tangoleben unnötig schwer und frustrierend wird.

Fehler Nummer 5: Ihr glaubt, dass Ihr Tango so tanzen müsst, wie Ihr das bei „Tango Passion“ oder anderen Tangoshows im Theater oder Fernsehen gesehen habt.

Das ist ein gewaltiges Missverständnis. Der Tango als sozialer Tanz, wie er traditionell in Buenos Aires getanzt wurde, hat mit den Tangoshows nichts zu tun.

Ich liebe gute Tangoshows, aber das Tanzen in der Milonga, in der Runde aller Tänzer, ist etwas völlig anderes als eine Show, die einer festen Choreographie folgt. Die Tänzer auf der Bühne sind Profis, mit langjähriger Tanzerfahrung, die Tag für Tag viele Stunden hart trainieren.

Als normale Menschen, die Tango tanzen als Hobby betreiben, könnt Ihr da nicht mithalten und braucht es auch nicht.

Auch die Profitänzer – und ich kenne viele – tanzen in der Milonga ganz anders als auf der Bühne.

Ein Tipp für alle Herren: Auch sehr gute Tänzerinnen tanzen gerne mit Anfängern, wenn diese nicht versuchen, ein Figurenprogramm abzuspulen, welches sie nicht wirklich beherrschen. Wenn Ihr also einfach schön und entspannt zur Musik geht, werdet Ihr sicher ein Lächeln aufs Gesicht der Dame zaubern.

Also, wenn Ihr einen Tango Anfängerkurs sucht, vielleicht in Verbindung mit einem Tangourlaub, wisst Ihr jetzt vielleicht ein bisschen besser, worauf Ihr Wert legen solltet.

 

 

 

 

 

Die afrikanischen Wurzeln des Tango

Die afrikanischen Wurzeln des Tango

Hier habe ich ein Video über die afrikanischen Wurzeln des Tango gefunden.

 Woher kommt der „argentinische“ Tango?

Obwohl es bei Tango Historikern durchaus unterschiedliche Meinungen darüber gibt, aus welchen Tänzen und Kulturen sich der Tango ursprünglich entwickelt hat, kann man doch sagen, dass der Tango starke afrikanische Einflüsse hatte. Viele von diesen sind aber, im Lauf der Zeit, verlorengegangen oder an europäische Musik und Hörgewohnheiten angepasst worden.

Im Video werden die afrikanischen Einflüsse kurz beschrieben.

 

 

 

Tango und die Aufblasente

Tango und die Aufblasente

Ich erzähle zwar den Herren unter meinen Tangoschülern, und allen anderen, die es hören wollen, immer wieder, dass sie die linke Hand nicht höher halten sollten, als die Schulterhöhe der Dame mit der sie gerade tanzen (abgesehen von irgendwelchen Schlußposen). Mehr dazu unter „Höchststrafe für notorische Handhochhalter“

Vor einiger Zeit habe ich mich aber dabei ertappt, dass meine linke Hand immer wieder in die Höhe wandert.

Und zwar zum einen, wenn ich der Dame einen Richtungswechsel signalisiere, beispielsweise, wenn ich das Kreuz der Dame vorbereite, oder in der Molineta, wenn die Dame gegen den Uhrzeigersinn um mich läuft, und ich die Drehrichtung wieder ändern will. Da geht mein Arm hoch, wie die Kelle des Polizisten bei der Verkehrskontrolle, und verstärkt noch, das durch meinen Körper gegebene „Stop“ Signal.

Zum anderen immer dann, wenn ich nach einem oder mehreren Schritten wieder komplett in meiner Achse stehenbleibe, und den nächsten Schritt vorbereite.

Das hat mich zunächst etwas verwundert, bis mir klar wurde, dass dies ganz natürlich ist, weil ich einatme, sobald ich bewusst in meine Achse gehe, und Spannung für den nächsten  Schritt aufbaue.

Wie die Flügel einer Aufblasente hebt sich in diesen Momenten mein linker Arm, zusammen mit dem ganzen Körper, leicht angespannt und bereit gleich loszugehen.

Wenn ich dann starte, atme ich wieder aus (oder besser, mein Körper macht das für mich, darüber brauch ich gar nicht nachzudenken), die Luft entweicht, mein Arm sinkt herunter wie der Flügel der Aufblasente sobald man den Stöpsel zieht, mein Körper entspannt sich und geht los.

Der Körper meiner Tanzpartnerin spürt dass, und macht mit. Das Schöne daran ist, keiner von uns braucht wirklich darüber nachzudenken.

Wenn Ihr dies bewußt und etwas betonter einsetzt, werdet Ihr feststellen, dass gute, gerade Haltung und  das Nutzen Eures Atems Euch helfen, Euren gesamten Tanz spannender und interessanter zu gestalten, ohne dass Ihr viel dafür arbeiten müsst.

Und falls Ihr trotz allem doch mal angespannt seid, versuchts einfach mit einem Lächeln. Das hilft und entspannt. Warum Ihr beim Tango tanzen lachen solltet (oder zumindest lächeln)