Die Chemie beim Tango

Die Chemie beim Tango

Wenn Ihr schon eine Weile Tango tanzt (oder irgendeinen anderen Paartanz), wisst Ihr, dass es wichtig ist, dass die Chemie zwischen den Tanzpartnern stimmt, wenn Ihr schön und genussvoll tanzen wolt.

Wusstet Ihr aber auch, dass es ein Periodensystem für Tangokomponisten gibt?:-)

Schaut hier nach: Periodic Table of Tango

Metin ist schuld

Metin ist schuld

Wer Mitte der 90ger Jahre in München Tango getanzt hat, kann sich sicher noch an Metin Yazirs Übungsabende im deutsch-türkischen Begegnungszentrum in der Hermann-Lingg-Strasse erinnern. Auch ich war regelmäßig dort.

Metin ist schuld! Es passierte beiseinem Übungsabend...

Metin ist schuld! Es passierte bei seinem Übungsabend…

Eines Abends, ich machte gerade eine Tanzpause, kühlte mich mit einem frischen Weißbier und beobachtete die Leute, kam eine große, elegante, ziemlich attraktive Blondine in den Tanzsaal und setzte sich zwei Tische von mir entfernt auf die andere Seite des engen Gangs, der zur Tanzfläche führte.

Ich wartete, bis sie ihre Sachen abgelegt und etwas zu trinken bestellt hatte. Sie bemerkte wohl, dass ich sie anschaute, erwiderte meinen Blick, vielleicht ein klein wenig spöttisch amüsiert, aber nicht unfreundlich. Sie gefiel mir. Also ging ich zu ihr und forderte sie zum Tanzen auf

Wir tanzten eine Tanda (Damals sagten wir noch eine Runde, argentinischer Tangojargon war in München noch nicht sehr verbreitet), vielleicht auch zwei. Dann verabschiedeten wir uns freundlich und jeder ging wieder seiner Wege.

Etwa eine Woche später organisierte Metin eine Nachmittagsmilonga in der „Möwe“, einem  Restaurant, das es schon seit Langem nicht mehr gibt. Es war eine Showeinlage mit Tänzern von „Tango Passion“ angekündigt, die gerade in München, im Deutschen Theater, ein Gastspiel hatten.

Natürlich ging ich auch zu dieser Milonga und traf dort wieder auf dieselbe große, blonde Tangotänzerin – Annette.

Wir kamen ins Gespräch, etwas länger als bein ersten Mal, und das Ganze endete damit, dass ich ihr auf Bierdeckeln und Servietten meine künstlerischen Ideen aufzeichnete und zu erklären vesuchte.

Sie hörte geduldig, freundlich interessiert zu, wir tanzten mehr als eine Tanda miteinander und tauschten unsere Telefonnummern aus. Später verriet sie mir, dass sie nicht wirklich verstanden hätte, was ich da alles ezählt hatte, über fragile, durchscheinende Skulpturen, Skulpturen mit Sollbruchstellen und so weiter und so weiter…aber, irgendwie hatte ich wohl doch nicht den schlechtesten Eindruck hinterlassen.

Wir begegneten uns dann öfter bei verschiedenen Milongas, besuchten gemeinsam Kurse bei Metin und bei Gustavo Naveira (organisiert von Metin).

Es dauerte dann aber noch ein halbes Jahr, bis wir schließlich ein Paar wurden, und noch zwei weitere Jahre bis wir heirateten.

Metins Übungsabende und Milongas sind uns natürlich stets in guter Erinnerung, und wenn uns heute jemand fragt,  wie wir uns kennenlernten, sagen wir meistens: „Metin ist schuld.“.

P.S. Wenn es Euch interessiert, über was ich so alles erzählt habe, hier ganz ohne Bierdeckel auf meiner Künstler Webseite   Atelier Wolfgang Sandt:- )

P.P.S. Mehr über Metin, den „Tangozauberer“

Luis Bianchi. Nicht „irgend ein Luis“

Luis Bianchi. Nicht „irgendein Luis“

Unter dem Titel: Nicht „irgend ein Luis“ hat Peter Mötteli in der neuesten Ausgabe der Tangodanza einen Artikel über die Tangotänzer und Tangolehrer Luis Bianchi und Daniela Pucci geschrieben.

Das Luis Bianchi viel mehr ist als nur „irgendein Luis“ und Daniela Pucci definitiv mehr als „irgendeine Daniela“ kann und will ich hier ausdrücklich und sehr gerne bestätigen.

Hier könnt Ihr noch mehr darüber erfahren, was die Beiden so besonders macht…

Peter Mötteli hat für die Tangodanza noch einen anderen Artikel über einen Workshop mit Dani und Luis in der Villa La Rogaia geschrieben.

Mehr darüber hier

 

Wie ich zum Tango Argentino kam

Wie ich zum Tango kam

Tangokurs Villa La Rogaia, Wolfgang Sandt, September 2013

Heute erfahrt Ihr, wie ich zum Tango Argentino kam

Ich werde immer wieder gefragt, wie ich eigentlich zum Tangotanzen kam.

Nun, eigentlich konnte ich mit Tango nie so viel anfangen.

Tango, – das war für mich zu jener Zeit Standard Tango. Ja, der Tango aus der Tanzschule: Vor, Vor, WIE-GE SCHRITT! Rück, Seit, Schluss.

Ehrlich gesagt, ich hab das nie richtig kapiert. Bei allen Gelegenheiten bei denen Tango gespielt wurde, Hochzeiten oder Tanzschulbälle beispielsweise, behalf ich mir mit einer Art von improvisiertem Foxtrott Schritt.

 

Ich tanzte also jahrelang Standard, Disco Fox, Rock´n Roll, alles Mögliche außer Tango.

Im Juli 1994 rief mich eine gute Freundin an, mit der ich einmal einen Standard Tanzkurs gemacht hatte, und erzählte mir, dass sie eine ganz andere Art von Tango gesehen hätte „Argentinischen Tango“ und dass der „wirklich ganz anders wäre, als der Tango in der Tanzschule, – überhaupt nicht zackig und mit vielen erotischen Fußverschlingungen“. „Ob ich Lust hätte, mir das einmal anschauen“.

Das ganze sollte im Hinterzimmer der Lothringer Bierhalle stattfinden, einer schon etwas in die Jahre gekommenen Kneipe im Münchner Künstlerviertel Haidhausen (Zumindest war es das damals noch).

Ich war neugierig, und wäre gerne hingegangen, aber dann fiel die Milonga (Damals wusste ich noch nicht, dass dies der Name für eine Tangotanzveranstaltung ist) von einem Tag auf den anderen aus, so dass ich nie dazu kam, dort Tango tanzen zu lernen.

Immerhin wusste ich aber jetzt schon mal, dass es noch eine andere Art von Tango gab.

Etwas später, kurz vor den Sommerferien, nahm ich an einer Rad Sternfahrt für bessere Radwege und mehr Grün in München teil.

Am Endpunkt dieser Fahrt im Stadtzentrum war neben mehreren Info- und Essensständen auch eine Bühne aufgebaut.

Natürlich gab es da eine Menge Reden, Vorträge, Musikgruppen aber ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich mich an das Meiste nicht wirklich erinnere.

Was aber mein Leben komplett verändert hat, war der Auftritt eines
Tangopaares, Mariejo Reyes und Ralf Sartori.

Wolfgang Sandt, Tango

Kaum zu glauben, aber da habe ich doch tatsächlich noch ein Foto von Mariejos und Ralfs Auftritt gefunden. Also, das sind die Beiden, die schuld daran sind, dass ich Tango tanze…

Sie tanzten überhaupt nicht zackig, auch nicht mit viel Firlefanz, sondern sehr einfach, elegant, entspannt, ja intim.

Ich wusste sofort „Das will ich auch!“. Diese Art zu tanzen war für mich gemacht und sie hatte rein gar nichts zu tun, mit dem Tango den ich bis dahin gekannt hatte.

Nach dem Auftritt ging ich zu den Beiden und fragte, ob sie auch Tangounterricht geben würden.

Sie sagten mir, dass sie nach den Sommerferien mit Tangokursen anfangen wollten, und mir gerne Bescheid geben würden,wenn es soweit wäre.

Ich gab ihnen meine Telefonnummer.

Anfang September rief Mariejo bei mir an, und sagte mir wann und wo sie ihre ersten Tangokurs in München geben würden.

Und so begann meine Laufbahn als Tangotänzer.

Tango mit Mariejo und Ralf

Mariejo und Ralf arbeiten heute nicht mehr zusammen, unterrichten aber nach wie vor Tango. Hier zwei Links zu Mariejos und Ralfs Websites.

 

 

Die Unfassbarkeit des Begehrens

Hier ein nett geschriebener Blogpost aus der FAZ über Tango und Montevideo.

 

In den Anfangszeiten des Tango am Rio de la Plata war es ganz normal, dass Männer miteinander Tango tanzten. Es gab einfach zu wenige Frauen. Hier die Hermanos Macana, eines der sehenswertesten Showtanzpaare...

In den Anfangszeiten des Tango am Rio de la Plata war es ganz normal, dass Männer miteinander Tango tanzten. Es gab einfach zu wenige Frauen.

Dieser Tradition folgend tanzen auch, „Los Hermanos Macana zusammen, eines der sehenswertesten Showtanzpaare.

Tangoschuhe im Tangolazarett

Tangoschuhe im Tangolazarett

Eines der wichtigsten Themen bei Tangotänzern: Tangoschuhe

Eines der wichtigsten Themen bei Tangotänzern: Tangoschuhe

Wie Ihr alle wisst, sind Tangoschuhe immer wieder ein wichtiges Gesprächsthema unter Tangotänzern und vor allem unter Tangotänzerinnen.

Ich hoffe nicht, dass der Name von Elke Koeppings Blog „Tangolazarett“ auf diverse Unfälle mit Tangoschuhen anspielt, aber im Lazarett findet Ihr einen interessanten Bericht darüber wie Tangoschuhe in Buenos Aires in aufwändiger Handarbeit gemacht werden.

 

Einfach mal die Klappe halten

Auf jeder Milonga gibt es mindestens einen, jeder kennt ihn, zumindest jeder der die jeweilige Milonga regelmäßig besucht.

 

Wer ihn für gewöhnlich am besten kennt, sind die Tänzerinnen. Er kann durchaus ganz nett sein. Allerdings hat er eine lästige Angewohnheit, auf welche die meisten Damen gut verzichten könnten.

Ich spreche vom Milongaschwätzer, dem tanzenden Dauerdozenten, der während des ganzen Tanzes der Dame erklärt, wie man richtig Tango tanzt. Das weiß nämlich nur er, oder allenfalls noch sein aktueller Tangolehrer.

Egal, ob er mit einer Anfängerin tanzt (bevorzugte Option, die kann er noch richtig beeindrucken, und sie widerspricht nicht) oder mit einer Tanguera, die um Klassen besser tanzt als er selbst (die nicht beeindruckt ist, sondern nur genervt die Augen rollt), er kriegt die Waffel nicht zu (Ausnahme: Seine aktuelle ehrfürchtig verehrte Tangolehrerin. Die muss aber mindestens Weltklasse Niveau haben).

Manchmal grenzt es an ein Wunder, dass die anderen Tänzer in seiner Nähe die Musik noch hören. Ob er selbst sie hört, darf getrost bezweifelt werden. Ist aber auch nicht so wichtig…

Wahrscheinlich denkt er in seiner grenzenlosen Güte, er täte seinen Tanzpartnerinnen einen großen Gefallen. Vielleicht sind aber auch nur seine Stimmbänder so entspannt, dass sie sich bei jedem Atemholen unkontrolliert bewegen.

 

Wie geht frau damit um?

Wenn er ansonsten ein netter Kerl ist, der nur ein bisschen viel schwätzt, hilft eine Methode, die eine Freundin von uns erfolgreich ausprobiert hat.

Mit dem kurzen Satz „Halt einfach mal die Klappe und tanz!“, kann man nicht nur eine Tanda retten, sondern auch nette Bekanntschaften machen.

Bei notorischen Besserwissern, die nicht kapieren wollen, dass die Dame nicht aus Unfähigkeit nicht tut was sie von ihr wollen, sondern weil sie schlichtweg nicht führen oder noch besser, die Dame zu einem Schritt verführen können, hilft es nur, sie von der Liste der potentiellen Tanzpartner zu streichen.

Dasselbe gilt für diejenigen, die sich erdreisten, ihre Tanzpartnerin nicht nur mit Dauergequatsche zu nerven, sondern sogar während der Milonga an die  Ballettstange des Tanzstudios bugsieren, mit der Aufforderung  dort erst mal  Haltungsübungen zu machen, bevor sie weiter mit ihm tanzen dürfen (Und falls jetzt jemand glauben sollte, dies sei Satire, keineswegs, – ich habe es mit eigenen Augen gesehen).

Für die Herren gilt.  Sollte sich einer von Euch in meiner Beschreibung wieder erkennen, möge er doch doch bitte diesen kleinen Ratschlag beherzigen:

Einfach mal die Klappe halten.