Wichtig für alle Tangotänzerinnen: Das entspannte Spielbein

Wichtig für alle Tangotänzerinnen: Das entspannte Spielbein

Beim Voleo kann das Bein nur richtig schön fliegen, wenn es entspannt ist.

In meinen Kursen sehe ich immer wieder, dass die Damen glauben, sie müssten mit ihrem freien Bein, dem Spielbein, aktiv arbeiten.

Das ist aber fast nie notwendig, und macht das Tangotanzen unnötig unruhig und schwer.

Schauen wir uns ein paar Beispiele an.

Voleo

Beim Voleo fliegt das Bein der Dame mehr oder weniger hoch.

Das funktioniert durch den Bewegungsimpuls den die Dame vom Herrn erhält (Impuls zu einem Schritt + Gegenbewegung bevor die Dame den Schritt vollenden und ihr Bein absetzen kann) praktisch von selbst, wenn ihr Spielbein wirklich locker ist.

Viele Damen glauben jedoch, dass sie den Voleo aktiv ausführen müssten. Damit machen sie sich aber das Leben unnötig schwer und schaffen es nie eine schöne flüssige Bewegung zu erzeugen. Der Voleo bleibt immer verkrampft, fühlt sich nicht gut an, und sieht nie gut aus.

Wichtig und richtig ist es, einfach das Spielbein möglichst locker zu lassen und die Bewegung einfach nur zuzulassen.

 

Rückwärts-Ocho

Der Rückwärts-Ocho ist eigentlich nichts weiter, als eine Drehung der Dame auf einem Bein (Pivot) die durch den Herrn initiert wird, gefolgt von einem Rückwärtsschritt der Dame, welcher ebenfalls durch den Impuls des Herrn eingeleitet wird.

Eigentlich eine einfache Sache, wenn die Dame stabil in ihrer Achse steht, und ihr Spielbein entspannt ist.

Aber auch hier machen sich viele Damen das Leben unnötig schwer, weil sie denken, der Rückwärts-Ocho sei eine Figur die sie aktiv ausführen müssten.

Erster Fehler dabei: Sie drehen sich von selbst, statt die vom Herrn eingeleitete Drehung einfach geschehen zu lassen.

Zweiter Fehler: Weil sie denken, dass sie die Drehung eigenständig ausführen müssten, klemmen sie bei der Drehung oft das Spielbein ans Standbein, entweder weil sie hoffen dadurch mehr Stabilität zu gewinnen, oder weil ihnen irgendwann ein Tangolehrer gesagt hat, dass man das so macht.

Das Resultat: Der eigentlich einfache Bewegungsablauf beim Rückwärts-Ocho wird zu einer verkrampften, arbeitsintensiven, meist vergleichsweise instabilen „Figur“, die langfristig auch schlecht für den Rücken ist. Mit einem entspannten Spielbein und dem simplen „Zulassen“ der Bewegung ist das dagegen nicht nötig.

 

Gancho

Ich führe selten Ganchos, aber auch hier gilt: Die Dame macht den Gancho nicht aktiv, sondern läßt einfach die Bewegung ihres Spielbeins zu.

Der Gancho ist also nicht, wie viele zu glauben scheinen, ein aktives „nach hinten Austreten“, sondern ein Abknicken des Spielbeins (fast immer in der Rückwärtsbewegung) das dadurch entsteht (nicht ausgeführt wird), dass der Rückwärtsschritt der Dame plötzlich auf Kniehöhe oder knapp darüber vom Bein des Mannes gestoppt wird.

Das funktioniert allerdings nur schön und flüssig, wenn das Spielbein der Dame völlig entspannt ist.

Es gäbe noch viel mehr Beispiele wafür, warum es für die Dame unverzichtbar ist, ihr Spielbein komplett entspannt zu lassen, aber das würde den Rahmen dieses Posts sprengen.

Wichtig ist, erst einmal zu verinnerlichen, dass das Spielbein völlig entspannt ist, und nach Möglichkeit nicht arbeitet. Dann hat frau schon die besten Voraussetzungen, um schön und angenehm entspannt zu tanzen.